Neuer Erzpriester des Petersdoms: Erzbischof Angelo Comastri folgt Kardinal Francesco Marchisano

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ROM, 31. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat Erzbischof Angelo Comastri, den Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Vatikanstadt und Präsidenten der Dombauhütte von Sankt Peter, zum Erzpriester des Petersdoms ernannt.



Zugleich hat der Heilige Vater nach Angaben des Heiligen Stuhls einem Wunsch von Kardinal Francesco Marchisano (77) entsprochen, der gemäß Canon 354 des Codex Iuris Canonici aus Altersgründen seinen Rückrtitt eingereicht hatte.

Kardinal Marchisano war ein enger Freund von Karol Wojtyla. Nach dem Tod des Vorgängers von Benedikt XVI. hatte er während einer Eucharistiefeier erklärt, dass er auf die Fürsprache Johannes Pauls II. von einem Halsleiden geheilt worden sei.

Im Jahr 2000 wurde der bisherige Erzpriester des Petersdoms an einer der Hauptadern am Hals operiert, die das Blut zum Gehirn transportieren. „Durch einen Fehler der Ärzte war mein rechtes Stimmband gelähmt und ich konnte kaum sprechen“, berichtete Kardinal Marchisano im April des vergangenen Jahres. Johannes Paul II. sei ihm in dieser Situation „wie ein Vater entgegengeeilt“ und habe „zwei oder drei Minuten lang die Stelle, an der man mich operiert hatte, berührt… Ich war sprachlos, und er sagte zu mir: ‚Haben Sie keine Angst, Sie werden schon sehen… Der Herr gibt Ihnen die Stimme wieder. Ich bete für Sie… Sie werden sehen.’ Und wenig später war ich geheilt“, so Kardinal Marchisano, der 1929 in Racconigi (Piemont, Italien) geboren und 1952 in Turin zum Priester geweiht worden war.

Der ehemalige Sekretär der päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche, der 1989 aus den Händen Johannes Pauls II. die Bischofsweihe empfing, wurde am 4. September 1991 Präsident der Päpstlichen Kommission für sakrale Archäologie und am 4. Mai 1993 Präsident der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche. Ein Jahr später wurde er zum Titularerzbischof seines bisherigen Titularbistums Populonia ernannt. Im Jahr 2003 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. die Kardinalswürde.

Erzbischof Angelo Comastri wurde am 17. September 1943 in Sorano (Toscana, Italien) geboren. Die Priesterweihe empfing er im März des Jahres 1967. 1990 wurde er zum Bischof von Massa Marittima-Piombino ernannt. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn vor knapp zehn Jahren, am 9. November 1996, zum Erzbischof und Päpstlichen Delegaten für den italienischen Wallfahrtsort Loreto. Im Februar 2005 wurde der Erzbischof zum Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Vatikanstadt, zum Koadjutor des Erzpriesters von Sankt Peter und zum Präsidenten der Dombauhütte von Sankt Peter ernannt.

Im Marienmonat Mai hatte Erzbischof Comastri den Familien das gemeinsame Rosenkranzgebet ans Herz gelegt und erklärt, dass der Mai „auf völlig spontane Weise“ der Jungfrau Maria geweiht worden sei, weil er der „Monat der Schönheit und des Sprießens allen Lebens ist. Und welches Geschöpf ist schöner als Maria? Kein Geschöpf hat einen so wunderbaren Gesang auf das Leben angestimmt wie Maria.“

Erzbischof Comastri hatte damals darauf hingewiesen, dass die „fromme Andacht zur Jungfrau Maria keine Erfindung der Kirche ist“. Vielmehr sei sie eine Folge der Erlösungsgeschichte und käme im Letzten „aus dem Entschluss Gottes“. Maria sei zur Mittlerin des göttlichen Willens geworden, dem sie die „Tür ihres Herzens“ weit geöffnet habe. Wer den Sohn Gottes schätzt, der könne sich vor dessen Mutter nicht verschließen, schließlich seien Mutter und Sohn „nicht voneinander zu trennen“.