Neuer Glaubensfrühling in Lettland: Karmelitinnen eröffnen ein Kloster in Riga

Von Marta Valle

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ESSEN/RIGA, 7. November 2006 (ZENIT.org).- Die Ordensschwestern des Essener Karmels „Maria in der Not“ stellen sich der Herausforderung, das erste kontemplative Kloster von Lettland zu gründen.



Als der heilige Meinard, ein Augustinerchorherr aus Segeberg, im 12. Jahrhundert auszog, um den Letten den Glauben zu bringen, ließ er sich in Ikskile nieder, baute dort die erste Kirche und weihte sie als Bischof von Ikskile zur Kathedrale der in den Himmel aufgenommenen Muttergottes. Seit Beginn der christlichen Mission steht Lettland damit unter dem besonderen Patronat und Schutz der Gottesmutter Maria.

800 Jahre später wird Ikskile nun durch die Errichtung einer katholischen Gemeinde und dem Bau eines Karmelitinnenklosters erneut zu einem echten Brennpunkt katholischen Glaubens.

Die unbeschuhten Karmelitinnen aus Essen antworten mit der Gründung des Klosters in Ikskile auf eine Bitte ihres Generalrats in Rom. Da mehrere junge Lettinnen um den Eintritt in den Karmel gebeten hatten, sahen sich die Mitglieder des Generalrats dazu aufgerufen, den Karmel in Lettland zu verwurzeln.

Im Karmel zu Essen ist Schwester Elia, eine der Gründungsschwestern des Karmels in Kiew, beheimatet. Sie hat bereits Russisch gelernt, was die Verständigung in Lettland erheblich vereinfacht.

Seit über drei Jahren bereiten sich einige junge lettische Schwestern im Essener Karmel und in anderen karmelitischen Klöstern in Belgien und Polen auf das Ordensleben in Lettland vor.

Vor Ort werden auf die Bitte von Kardinal Jānis Pujats hin drei Karmelitenpatres in der Gemeinde aushelfen. Pater Alejandro Salazar aus der kolumbianischen und Pater Jaroslaw Nenza aus der Krakauer Provinz kamen am 7. September dieses Jahres in Lettland an. In Kürze wird sich auch Pater Victor Hurtado aus der mexikanischen Provinz hinzugesellen. Er beendet derzeit sein Studium am Teresianum in Rom.

Die Ordenspriester leben in einem katholischen Gymnasium in Riga, der Hauptstadt des Landes, und widmen sich ganz dem Erlernen der lettischen Sprache, um den Geist des Karmels in Lettland ausbreiten zu können.

Am 16. Juli, dem Fest Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel, segnete Kardinal Jānis Pujats den Grundstein des neuen Karmelitinnenklosters, das über 18 Zellen für die Schwestern und über zusätzliche Gästezimmer für Menschen auf der Suche nach Gebet und Einkehr im Schatten des Karmels verfügen wird.

Beim Richtfest, am 22. September, waren die Schwestern Elia, Benedikta, Laetitia und Joseph Maria a Jesu, Priorin des Karmels „Maria in der Not“, zugegen. Sie erhoffen sich, dass das neue Kloster „Mutter des Erlösers“ („Redemptoris Mater“) in zwei Jahren bezugsfertig sein werde.

Karmelitenpater Damaso Zuaza berichtete nach seinem jüngsten Besuch in Lettland, dass die Kirche in Riga nach mehreren Jahrzehnten der Unterdrückung durch das kommunistische Regime nun eine Phase des materiellen und moralischen Wiederaufbaus erlebe. In den 14 Jahren der Unabhängigkeit Lettlands seien mehr als 30 neue Andachtsorte erbaut worden. Der „Reichtum“ Lettlands läge in den vielen „jungen und begeisterten Berufungen zum Priester- und Ordensleben“.

Darüber hinaus verwies Pater Zuaza auch auf das ökumenische Interesse, das in der lutherischen Gemeinde von Ikskile geweckt worden sei. Sie habe den Bau der ersten katholischen Kirche in Ikskile nach 474 Jahren beträchtlich unterstützt.

Die Errichtung des ersten Karmelitinnenklosters in Lettland ist vollkommen der göttlichen Vorsehung und der großzügigen Unterstützung durch Menschen guten Willens anvertraut.

Spenden werden dankbar angenommen.

Spendenkonto:
Karmel „Maria in der Not”
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