Neuer Märtyrer im Libanon

Von Juliana Abado

| 1498 klicks

BEIRUT, 13. Dezember 2007 (ZENIT.org).- „Im Namen Gottes schwören wir, dass wir vereint bleiben, Christen und Muslime, bis in alle Ewigkeiten.“ Es sind diese Worte Gebran Tuenis, die unvergesslich bleiben. Vor genau zwei Jahren, am 12. Dezember 2005, wurde der leidenschaftliche Journalist und Abgeordnete ermordet. Tueni, ein tiefgläubiger Christ und Vater von vier Töchtern, kämpfte für den Frieden und die Einheit der Libanesen; für den Traum eines vereinten und freien Libanon. Er war sich bewusst, dass er dafür das Wertvollste geben müsste, was er besaß: sein Leben.

Am 12. Dezember 2007 wurde auch General Francois el Hajj zur Liste jener Männer hinzugefügt, die ihr Leben für den Libanon hingegeben haben. Vermutlich ist es kein Zufall, dass dieser Tag somit der Todestag eines weiteren Märtyrers wurde.

Der Mittwoch war ein Schock für den Libanon, denn zum ersten Mal wurde ein Mitglied des Militärs Opfer eines Anschlages. El Hajj war General der libanesischen Armee und verantwortlich für alle strategischen und logistischen Angelegenheiten. Er galt als Nachfolger von Michel Sulaiman, dem Kompromisskandidaten für die Präsidentschaftswahlen. Diese wurden nun bereits zum achten Mal verschoben.

Die Ermordung von Francois el Hajj kann für die christlichen Politiker ein Weckruf sein und ihnen klar machen, wie notwendig die Wahlen für die Stabilität und Sicherheit des Landes sind. Auf diese Weise würde dieser Anschlag auch positive Folgen haben.

Der ehemalige Staatspräsident Amin Gemayel plädierte gestern dafür, Wahlen abzuhalten. In seiner Rede vor Journalisten sagte er, dass der Konflikt auf dem Rücken des Volkes ausgetragen werde. Die Politiker sollten ihre Verantwortung ernst nehmen und sich aus ganzer Kraft dazu bemühen, so bald wie möglich eine Lösung für den Konflikt zu finden und den Menschen wieder Zuversicht zu geben; das Gefühl, dass es in diesem Land eine Zukunft gibt.

Derzeit leidet die libanesische Bevölkerung unter der enormen Instabilität und den massiven Preiserhöhungen, die einen Mangel an Strom- und Wasserversorgung mit sich gebracht haben.