Neuer Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

Kardinal Antonio Cañizares Llovera ist der Nachfolger von Kardinal Francis Arinze

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ROM, 9. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Der bisherige Erzbischof von Toledo (Spanien), Kardinal Antonio Cañizares Llovera, ist heute von Papst Benedikt XVI. zum neuen Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt worden. Der Heilige Vater nahm den Rücktritt des bisherigen Präfekten, Kardinal Francis Arinze, an, den dieser aus den vom kanonischen Recht vorhergesehenen Altersgründen eingereicht hatte.

Kardinal Francis Arinze (geboren am 1. November 1932 in Eziowelle, Nigeria) war 1984 an die Römische Kurie als Präsident des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialogs berufen worden. Am 25. Mai 1985 wurde ihm von Papst Johannes Paul II. die Kardinalswürde verliehen.

Seit dem 1. Oktober 2002 stand Arinze der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vor.

Der neue spanische Präfekt an der Spitze eines der entscheidenden Dikasterien der Römischen Kurie wurde am 15. Oktober 1945 in Utiel (Erzdiözese Valencia) geboren. Nach seiner Priesterweihe am 21. Juni 1970 promovierte der heute 63-jährige Antonio Cañizares Llovera 1971 in Theologie an der Päpstlichen Universität von Salamanca, an der er dann vor allem in den Bereichen Pastoraltheologie und Fundamentalkatechetik lehrte.

Am 6. März 1992 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Avila. Die Bischofsweihe empfing er am 25. April 1992. Am 10. Dezember 1996 wurde er zum Erzbischof von Granada erhoben. Am 24. Oktober 2002 wurde Antonio Cañizares Llovera zum Erzbischof von Toledo und Primas von Spanien ernannt.

Seit 1995 ist Cañizares Llovera Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre. Als solches war er aktiv an der Verfassung des Katechismus der Katholischen Kirche beteiligt.

Seit März 2005 war Cañizares Llovera der stellvertretende Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz. Papst Benedikt XVI. kreierte ihn in seinem ersten öffentlichen Konsistorium am 24. März 2006 zum Kardinal. Seine römische Titelkirche ist San Pancrazio auf dem Gianicolohügel. Am 8. April 2006 ernannte ihn der Heilige Vater zum Mitglied der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“.

Als Bischof gründete Kardinal Cañizares Llovera in Avila die katholische Universität „Santa Teresa de Jesús“. Gleichzeitig ist er Förderer zahlreicher universitärer Einrichtungen.

Kardinal Antonio Cañizares Llovera wird in der Presse gern als der „kleine Ratzinger“ bezeichnet. Auf diese Bezeichnung angesprochen, hatte er im Jahr 2006 erklärt, dass der Papst dies sehr lustig finde. Dieser Name sei jedoch wohl hauptsächlich auf seine weißen Haare und seine Tätigkeit als Sekretär der Kommission für die Glaubenslehre der spanischen Bischofskonferenz zurückzuführen. Gleichzeitig bestehe jedoch auch eine „große Harmonie“ mit dem Denken des ehemaligen Kardinals Ratzinger, „die Gott mir geschenkt hat“: „Harmonie und Gemeinschaft in demselben Glauben und in den großen Sorgen um den Menschen, dem – wenn ihm Gott fehlt – alles fehlt“.