Neuer Studiengang zu Ehe und Familie: Hochschule St. Pölten plant auch katechetischen Grundkurs

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SANKT PÖLTEN, 3. März 2008 (Die-Tagespost.de/ ZENIT.org).- Einen neuen, auf vier Semester angelegten Studiengang zu „Ehe und Familie“ wird die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten Mitte März starten.



Im Zentrum der neuen Initiative soll das Gelingen von Ehe und Familie in der heutigen Zeit stehen. Die Studierenden sollen befähigt werden, „die Bedeutung von Ehe und Familie für das gesellschaftliche Zusammenleben zu erkennen“, heißt es in den Unterlagen der Hochschule. Künftige Seelsorger werden hier darauf vorbereitet, den ihnen anvertrauten Menschen in Fragen der Ehe und der Familie mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Gedacht ist auch an Katholiken, die in der Ehevorbereitung mitwirken“, sagt der Rektor der Hochschule, Josef Kreiml, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Lehrveranstaltungen, die an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in St. Pölten jeweils Freitagnachmittag und an Samstagen abgehalten werden, stehen Interessierten unabhängig von ihrem Bildungsabschluss, also auch ohne Hochschulreife, offen. Neben eingeschriebenen Studierenden, die sich diesen Studiengang anrechnen lassen können, sind auch Gasthörer ohne Studiengebühren willkommen. Kreiml rechnet für den Start mit etwa 20 Hörern.

Die Lehrveranstaltungen werden jeweils mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen und zielen auf den Erwerb des Zertifikats „Studiengang Ehe und Familie“. Studiengangsleiter ist der habilitierte Theologe Clemens Breuer, der seit 2005 auch als außerordentlicher Professor für Moraltheologie in St. Pölten lehrt.

Im ersten Semester werden anthropologische und geschichtliche Grundlagen des Verständnisses von Ehe und Familie gelegt werden. Im zweiten Semester kommen philosophische und dogmatische Aspekte – „Ehe und Familie in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften“ und „Der Bund zwischen Mann und Frau als Sakrament“ – sowie die Auseinandersetzung mit ausgewählter Literatur. Das zweite Studienjahr beinhaltet auch philosophische Fragestellungen („Ehe und Familie in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften“) sowie kirchenrechtliche Aspekte. Breuer selbst wird im dritten Semester „Ehe und Familie nach Papst Johannes Paul II.“ vorstellen, im vierten auf „Die Wandlung des Verständnisses von Ehe und Familie durch reproduktionsmedizinische Techniken“ eingehen. Geplant ist auch eine Einführung in die „Natürliche Empfängnisregelung“.

Die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten, an der derzeit 75 Studierende immatrikuliert sind, wird im Herbst außerdem einen katechetischen Grundkurs starten, der den in den Pfarreien Tätigen eine theologische und liturgiewissenschaftliche Grundlegung bieten möchte, wie Rektor Kreiml berichtet.

Von Stephan Baier, © Die Tagespost vom 1. März 2008