Neues bioethisches Dokument in Vorbereitung: „Donum Vitae II“

Aktualisierung der Instruktion aus dem Jahr 1987

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ROM, 31. Januar 2007 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl bereite ein Dokument zu neuen Problematiken in der Bioethik vor, die durch die Fortschritte in der Biotechnologie hervorgerufen würden, erklärte der Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre.



Das Dokument stelle eine Aktualisierung der Instruktion Donum Vitae aus dem Jahr 1987 dar, die vom damaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Joseph Ratzinger, unterzeichnet wurde, und befasse sich mit Themen wie der künstlichen Befruchtung und der Forschung an Embryonen im Licht der Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und der Würde der Fortpflanzung, teilte Erzbischof Angelo Amato mit.

Gegenüber der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ bezeichnete er das neue Dokument als „Donum Vitae II“ und führte aus, dass es das vorhergehende nicht aufhebe, sondern dass es vielmehr auf „andere“, eben aktuelle bioethische und biotechnologische Fragen eingehe, die zur damaligen Zeit „undenkbar“ erschienen.

„Donum Vitae“ behalte seine Bedeutung bei und sei sogar als „prophetisch“ zu werten. Problematisch sei allerdings, dass das vor 20 Jahren veröffentlichte Dokument heute noch immer „recht unbekannt“ sei.

In mancher Hinsicht seien die neuen Herausforderungen, mit denen sich das demnächst erscheinende Dokument befassen werde, „schwerwiegender“, da sie die Identität der menschlichen Person zerstörten, wie das beispielsweise bei Embryonen der Fall sei, die als „biologisches Fabrikat“ angesehen würden und nicht als „menschliche Wesen“.

Hier habe bereits „Donum Vitae“ deutlich erklärt: „Jedes menschliche Wesen muß – als Person – vom ersten Augenblick seines Daseins an geachtet werden“ (Teil I, Frage 1). Das sei ein anthropologischer Grundsatz, der „nicht verhandelt“ werden könne, hob der Kurienerzbischof hervor.

Bezüglich der Gerüchte, der Vatikan werde demnächst Ehepaaren den Gebrauch von Präservativen gestatten, um einer Übertragung von HIV/AIDS vorzubeugen, erörterte Erzbischof Amato, dass die Untersuchung derart heikler Problemfragen der „Zuständigkeit unserer Kongregation“ unterliege, die diese dann dem Papst vorlege. „Ansichten zu solchen Angelegenheiten, die von anderen Institutionen oder kirchlichen Persönlichkeiten kommen, wie angesehen diese auch sein mögen, können nicht jene Autorität haben, die die Massenmedien manchmal anzudeuten scheinen.“