Neues Hinhören auf das Wort Gottes, Erneuerung des Glaubens
Predigt Benedikts XVI. während der Abschlussmesse zur Bischofssynode
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ROM, 27. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Die Liebe fasse das gesamte göttliche Gesetz zusammen. Das bekräftigte Benedikt XVI. gestern Vormittag während der feierlichen Messe im Petersdom, die den Schlussakkord zur zwölften ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode zum Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche darstellte.
Der Heilige Vater verwies auf die Verbindung, die zwischen dem liebevollen Hinhören auf Gott und dem uneigennützigen Dienst an den Brüdern besteht, und hob dann in Bezug auf die Arbeiten der Bischofssynode hervor, dass der privilegierte Ort, an dem das die Kirche aufbauende Wort Gottes erklinge, „zweifellos die Liturgie“ sei.
In der Liturgie trete hervor, dass die Bibel das Buch eines Volkes und das Buch für ein Volk sei. Die wechselseitige Zugehörigkeit von Volk und Heiliger Schrift werde in jeder liturgischen Versammlung gefeiert, die durch den Heiligen Geist auf Christus höre. Christus sei es, der spreche, wenn in der Kirche die Schrift gelesen und der Bund Gottes angenommen werde, den er mit seinem Volk erneuere.
Schrift und Liturgie stimmten in dem einen Ziel überein, das Volk Gottes zum Dialog mit dem Herrn zu führen, zum Gehorsam seinem Willen gegenüber. „Das aus dem Mund Gottes hervorgegangene und in den Schriften bezeugte Wort kehrt zu ihm zurück in der Form der betenden Antwort, der gelebten Antwort, der von Liebe überströmenden Antwort“, so der Papst.
Benedikt XVI. dankte allen Synodenteilnehmern sowie dem Präsidenten und dem Generalsekretär der Synode für ihren Einsatz. Besonders gedachte er der chinesischen Bischöfe, die nicht an der Synodenversammlung hatten teilnehmen können.
Die Hauptaufgabe der Kirche zu Beginn des neuen Jahrtausends bestehe vor allem darin, so der Papst, sich vom Wort Gottes zu nähren, um den Einsatz für die Neuevangelisierung wirksam werden zu lassen.
Die kirchliche Erfahrung der Synode müsse jetzt in jede Gemeinschaft hineingetragen werden. Dies erfordere vor allem eine noch tiefere Kenntnis Christi und ein immer fügsameres Hören auf sein Wort. Ein klares und gemeinsames Zeugnis von einem Leben nach dem von Jesus bezeugten Wort Gottes zu geben sei daher ein unerlässlicher Prüfstein für die Sendung der Kirche.
Benedikt XVI. bekräftigte, wie wichtig es sei, dass die Schrift allen offenstehe, damit diese das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe verstehen und in die Tat umsetzen könnten. Da die Begegnung mit der Schrift nicht selten Gefahr laufe, dem Subjektivismus und der Willkür ausgesetzt zu werden, anstatt eine „kirchliche Angelegenheit" zu sein, sei es unerlässlich, durch eine gehaltvolle und glaubwürdige Pastoral die Kenntnis der Heiligen Schrift zu fördern, um das Wort in der christlichen Gemeinschaft zu verkünden, zu feiern und zu leben.
Dies müsse im Dialog mit den Kulturen unserer Zeit geschehen: im Dienst an der Wahrheit, die den Dialog vertiefe. Zu diesem Zweck müsse der Vorbereitung der Priester besondere Sorgfalt gewidmet werden, da sie die Beschäftigung mit der Bibel anhand von geeigneten Hilfsmitteln fördern sollten. Das Bemühen, den Glauben durch das Wort Gottes auch den Fernstehenden und besonders denen bekannt zu machen, die ernsthaft auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, müsse unterstützt werden.
Anschließend betete der Papst dafür, dass das erneuerte Hören auf das Wort Gottes durch das Wirken des Heiligen Geistes eine echte Erneuerung der Weltkirche und jeder kirchlichen Gemeinschaft hervorbringe.


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