Neuevangelisierung als Heilmittel für die Welt

Der Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) feiert 40-jähriges Bestehen

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Von Antonio Gaspari

ROM, 23. November, 2011 (ZENIT.org). – „Die Neuevangelisierung betrifft nicht nur Europa, sondern die ganze Welt.“

Dies betonte Msgr. Rino Fisichella zum Abschluss des Seminars zum Thema „Europa und die Neuevangelisierung“, das am 22. November in Rom stattfand.

Das Treffen zählte beachtlich viele Teilnehmer, darunter Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe, die in Vertretung der europäischen Diözesen kamen, sowie Vorsitzende, Sekretäre und Staatssekretäre der vatikanischen Kurie und Botschafter beim Heiligen Stuhl. Das Seminar wurde vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gemeinsam mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung organisiert mit der Absicht, 40 Jahre im Dienste der Bischofsgemeinschaft in Europa zu feiern.

Msgr. Fisichella erinnerte daran, dass die Neuevangelisierung notwendig sei als Antwort auf die anthropologische, ethische und soziale Krise, die durch die Auslöschung Gottes in der Welt der Menschen verursacht worden sei.

Dem Vorsitzenden des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung zufolge liegt in der Begeisterung für einen vernünftigen Glauben der Schlüssel für eine Erneuerung der Welt in Wahrheit und Freiheit.

In diesem Zusammenhang wies Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone darauf hin, dass „man den Getauften, deren Glaube erloschen ist und die nicht mehr praktizierende Christen sind, das Evangelium mit neuem Eifer, neuen Methoden und neuen Ausdrucksweisen verkünden muss.“

„Die Neuevangelisierung stellt keine ‚Schutzmaßnahme’ dar, sondern ist als ‚neues Erwachen’ zu verstehen, als Werkzeug, das helfen soll, den neuen Keimlingen, die in einem alten Wald sprießen, Bedeutung beizumessen“, präzisierte der Kardinal.

Für den Staatssekretär ist es an der Zeit, die „erste Liebe“, die „Gott, unser Vater, als großes Zeichen seiner Liebe uns Menschen gegenüber gezeigt hat, indem er uns seinen Sohn geschenkt hat,“ wieder zu entdecken, denn diese „erste Liebe“ habe die Macht, um die Herzen und die Tatkraft vieler neuer Evangelisten zu bewegen: Menschen, Familien, Gemeinden, kirchliche Bewegungen, wie auch beim Treffen am 15. Oktober im Vatikan festgestellt werden konnte.

Kardinal Péter Erdő, Vorsitzender des Rats der europäischen Bischofskonferenzen CCEE, bemerkte, dass, obwohl die Säkularisierung sich durchzusetzen scheine, „die Kirche mittels ihrer Lehre, Kunst und Liturgie der Welt einen Einblick in das Mysterium Gottes bieten kann, um so die Herzen und die menschliche Vernunft zu wecken“.

Er fügte hinzu: „Die Evangelisierung vollzieht sich immer und unbedingt durch die im Alltag erlebte Nächstenliebe“,  denn die Nächstenliebe sei „ein Zeichen der Gegenwart und der Liebe Christi.“

Der Vorsitzende des CCEE schloss mit den Worten, dass „die Christen durch den Aufruf zur Neuevangelisierung von Jesus und der Kirche sowie vom Aufschrei derer, die in ihrem Leben einen Sinn suchen, dazu aufgefordert werden, sich für die körperlich oder seelisch Leidenden einzusetzen und ihnen Trost zu spenden.“

Prof. Philippe Capelle-Dumont von der Philosophischen Fakultät des Katholischen Instituts Paris steuerte einen langen und gelehrten Beitrag zum Thema „Der kulturelle Kontext im heutigen Europa und das Evangelium“ bei, der die Bewegungen auf der Suche nach Gott veranschaulichte.

Diesbezüglich erklärte der Europarat-Abgeordnete Luca Volontè, dass „man in diesen langen allgemeinen Krisenzeiten die große Chance Europas nutzen müsse.“

„Wir müssen dem in der Identitätskrise steckenden Europa und unseren Mitbürgern erklären, dass nur die dringend notwendige Anwesenheit Christi die nationalen und europäischen Auseinandersetzungen in Politik und Gesellschaft zu verwandeln vermag. Ein Großaufruf zu klugem Handeln ist erforderlich, um das Wachstum des ‚Neo-Humanismus’, den Europa so dringend benötigt, zu fördern.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Sabrina Toto]