Neuordnung der wirtschaftlichen Zuständigkeiten im Vatikan

Motu proprio von Papst Franziskus veröffentlicht

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 175 klicks

Heute wurde das „Motu Proprio“ von Papst Franziskus veröffentlicht, in dem er eine wichtige Entscheidung zur Ordnung der wirtschaftlichen Angelegenheiten festlegt, die Aufteilung der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhles (APSA). Auf Anordnung des Papstes, bleibt nur die „außerordentliche Abteilung“, die die vatikanischen Kapitalanlagen verwaltet, bei der APSA. Das von Papst Franziskus gegründete vatikanische Wirtschaftssekretariat bekommt hingegen die „ordentliche Abteilung“ zugeordnet. Diese Behörde, die von Kardinal George Pell geleitet wird, übernimmt damit die Verwaltung der finanziell wertvollen vatikanischen Immobilien in- und außerhalb des Vatikanstaates sowie die laufende Buchführung, den Jahresabschluss, die Budgetplanung für den Heiligen Stuhl und andere Aufgaben aus diesem Bereich.

Damit ändert das „Motu proprio“ von Papst Franziskus mehrere Artikel der Konstitution „Pastor bonus“, die derzeit gültige Apostolische Konstitution über die Römische Kurie, die 1988 durch Johannes Paul II. erlassen wurde. Nach dem Willen des Papstes soll der Präfekt des Wirtschaftssekretariats eine technische Kommission gründen, die die Übertragung der Zuständigkeiten von der „ordentlichen Abteilung“ der APSA zum Wirtschaftssekretariat erleichtern soll. Papst Franziskus formuliert deutlich, dass das Schreiben „in allen seinen Teilen“ beachtet werden muss, auch wenn es Schwierigkeiten gebe und Hindernisse auftauchen würden.

Der Leiter des Wirtschaftssekretariats, Kardinal George Pell, sieht die Neuaufteilung als einen wichtigen Schritt, da das Wirtschaftssekretariat so die wirtschaftlichen Angelegenheiten besser kontrollieren könne und besser über die einzelnen Einheiten des Heiligen Stuhls besser wachen könne, wie die Planung und Aufteilung des Personals.

Pellteilte mit, in Zukunft werde sich die APSA  auf ihre Aufgabe als Kassen- und Schatzamt des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats konzentrieren. Eine ihrer Aufgaben werde auf Empfehlung der Kommission MoneyVal hin sein, Beziehungen zu den wichtigsten Zentralbanken zu knüpfen, da so die Liquidität und die finanzielle Stabilität des Heiligen Stuhls weiterhin gewährleistet sei. Darüber hinaus werden alle selbständigen Institute bei der APSA ein Benutzerkonto erhalten.