Nicht menschliche Worte, sondern das Wort Gottes und die Eucharistie stärken den Glauben

Papst Benedikt XVI. beim „Regina Caeli“: Christus begleitet uns durch alle Krisen hindurch

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ROM, 7. April 2008 (ZENIT.org).- Christus als Weggefährte des Lebens ist der einzige, der im Herzen jedes Menschen jene „Wärme des Glaubens und der Hoffnung“ entzünden kann, die mitunter von widrigen Lebensumständen ausgelöscht wird. Mit diesem Gedanken wandte sich Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, an die zahlreichen Gläubigen, die sich zum traditionellen Ostergebet „Regina Caeli“ auf dem Petersplatz versammelt hatten.



In seiner kurzen Ansprache legte der Heilige Vater das Evangelium des dritten Sonntags der Osterzeit von den Emmaus-Jüngern aus. Der Ort des Dorfes Emmaus, zu dem die beiden Jünger unterwegs waren, sei nicht ganz genau identifiziert worden. Somit könne Emmaus als Symbol für jeden Ort angesehen werden. Der Weg nach Emmaus ist für den Papst der Weg jedes Christen, auf dem Jesus zum „Weggefährten“ wird, „um in unseren Herzen die Wärme des Glaubens und der Hoffnung von neuem brennen zu lassen und das Brot des ewigen Lebens zu brechen“.

Das Drama der enttäuschten Hoffnung, das unter den Emmaus-Jüngern sichtbar wird, sei gleichsam ein Spiegel der Situation der Christen unserer Zeit. Der Glaube selbst gerate aufgrund der negativen Erfahrungen in eine Krise. Dieser „Weg nach Emmaus“ jedoch könne zu einem „Weg der Reinigung und der Reife unseres Glaubens an Gott werden“.

Benedikt XVI. bekräftigte, dass sich Jesus auch heute den Menschen als gebrochenes Brot anbiete, um sie zu nähren und ihnen die Begegnung mit dem auferstandenen Christus zu schenken. Daraus erwachse ein tieferer und echterer Glaube, ein Glaube, der „durch das Feuer des Osterereignisses geläutert ist“. Dieser kräftige Glaube werde nicht durch menschliche Ideen gespeist, sondern durch das Wort Gottes und seine reale Gegenwart in der Eucharistie.

In der Erzählung der Emmaus-Jünger ist für Benedikt XVI. bereits die Struktur der Heiligen Messe sichtbar: Das Hören des Wortes und die eucharistische Gemeinschaft mit dem Herrn ist nach seinen Worten der „zweifache Tisch“, an dem sich die Kirche speist; der Tisch, der die Kirche tagtäglich erbaue und in Glaube, Liebe und Hoffnung erneuere.

Nach dem Mariengebet erinnerte Benedikt XVI. an den ersten Weltkongress über die Göttliche Barmherzigkeit, der kurz zuvor mit einer Eucharistiefeier im Petersdom zu seinem Abschluss gekommen war. Der heiligen Messe am Kathedra-Altar war der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn vorgestanden. Er hatte alle aufgefordert, von Rom aus aufzubrechen und überall wahre „Zeugen der Barmherzigkeit Gottes“ zu sein. Mehr als 3.000 eingeschriebene Teilnehmer aus 66 Ländern der Welt hatten an den fünft Arbeitstagen teilgenommen.

Papst Benedikt dankte den Organisatoren des Kongresses, allen voran dem Vikariat Rom, und bekräftigte insbesondere gegenüber den Kongressteilnehmern: „Geht hin, und seid Zeugen der Barmherzigkeit Gottes, Quelle der Hoffnung für jeden Menschen und die ganze Welt!“

„Bringt die Hoffnung zu all jenen, die ihrer bedürfen“, schloss der Papst in seinem Gruß in polnischer Sprache.