Nicht nur nach Rom schauen

BDKJ begrüßt transparente Weitergabe der Umfrageergebnisse

Düsseldorf, (BDKJ) | 253 klicks

Der Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) lobt die Deutsche Bischofskonferenz für den transparenten Umgang mit den Ergebnissen der Vatikanumfrage. Der BDKJ, der sich mit einer Online-Befragung an der Umfrage beteiligt und damit die Meinung von fast 10.000 jungen Teilnehmenden eingebracht hat, würdigt die Zusammenfassung und ihre Veröffentlichung. „Das, was seit Jahren in deutschen Gemeinden Realität ist, haben Bischöfe und Vatikan jetzt schwarz auf weiß. Das ist ein großer Schritt nach vorne“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. In ihrer Zusammenfassung machen die Bischöfe deutlich, dass die kirchliche Lehre weder in Inhalt noch in Form verständlich ist und deswegen nicht gelebt wird. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass die dahinter stehenden Werte inner- wie außerhalb der Kirche Akzeptanz finden.

Auch das große Interesse der Katholikinnen und Katholiken an der Befragung sei ein wichtiges Ergebnis. „Das zeigt, dass es den Menschen nicht egal ist, was Kirche sagt, welche sie Werte vermittelt und wie sie das tut.“ Die offene Rückmeldung der deutschen Bischöfe nach Rom wecke gleichzeitig große Erwartungen, etwa in Bezug auf die im Herbst stattfindende Bischofssynode in Rom. „Da hoffen natürlich Viele, dass sich etwas tut“, so Tänzler. Daher sei es besonders wichtig, die Menschen selbst als „Subjekte der Ehe-und Familienpastoral“ ernst zu nehmen, sie in die Vorbereitungen aktiv einzubeziehen und sie an den Beratungen der Synode selbst in geeigneter Weise zu beteiligen, wie es die deutschen Bischöfe selbst anregen würden.

„Gleichzeitig darf man nicht nur gespannt nach Rom schauen“, so Tänzler. Der BDKJ regt an, das Thema Ehe, Familie und Partnerschaft auch im Dialogprozess der katholischen Kirche zu berücksichtigen und ein außerordentliches Dialogforum dazu einzuberufen. „Papst Franziskus selbst hat uns ermutigt, auf übertriebene Zentralisierungen zu verzichten und stärker auf die Fähigkeit der Ortskirchen zu vertrauen, Kirche für die Menschen zu sein. Die Kirche wird akzeptiert, wo sie zuhört statt beurteilt, Werte vertritt statt Verbote formuliert. Wie das in Zukunft gehen kann, das möchten wir auf die Tagesordnung bringen. Wir sind bereit, uns dabei aktiv einzubringen“, so Tänzler.