Nicht Religion, sondern Extremismus ist das Problem

Stimme aus dem Iran: Religionsführer sollten radikales Denken ablegen

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NIKOSIA, 18. November 2008 (ZENIT.org).- „Das Problem ist nicht die Religion, sondern der Extremismus auf beiden Seiten“, so der Iraner Sayyed Mohammad Ali Abtahi, Präsident des Instituts für den interreligiösen Dialog.

Reformierte Kreise im Iran seien davon überzeugt, so der Iraner während des interreligiösen Friedenstreffens auf Zypern, das heute zu Ende ging, „dass dieses radikale Denken abgelegt werden muss“.

Zusammengeführt von der Gemeinschaft Sant`Egidio und der Kirche in Zypern waren Hunderte von christlichen Hirten und hohen Religionsvertretern unter dem Motto: „Die Zivilisation des Friedens: Religionen und Kulturen im Dialog“ auf der Mittelmeerinsel zu einem dreitägigen Treffen zusammengekommen.

Ali Abtahi gehört zu den engsten Mitarbeitern von Khatami, dem ehemaligen iranischen Präsidenten, der bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Juli wieder antritt. Ali Abtahi betonte vor einer Gruppe von Journalisten: „In dieser historischen Phase haben die ‚Hardliner` beider Flügel absurde Ängste verbreitet: Im Westen gibt es Unterstützer einer wahren Islamophobie. Auch in unserer Welt, in den islamischen Ländern, versuchen die ‚Hardliner`, eine Phobie gegen den Westen und Amerika zu schaffen. Gemeinsam müssen wir das alles hinter uns lassen.“

Als Kommentar zu den Arbeiten des Treffens merkte Ali Abtahi an: „Bei diesem Treffen von Sant`Egidio entdeckt man neue Sichtweisen, wie die Religionen zu dem werden können, was sie wirklich sind: ein zusätzlicher Faktor, um zum Miteinander in unserer Region und weltweit beizutragen.“ Abschließend bekräftigte er, dass „Italien eine wichtige Rolle spielen kann, um die Probleme im Nahen Osten und in der ganzen Region grundlegend zu lösen“.

Die Veranstaltung auf Zypern, das 22. Interreligiöse Friedenstreffen, gilt als eine weitere Etappe auf dem Pilgerweg, den die Gemeinschaft Sant’Egidio angeregt hat, um das Erbe des historischen Weltfriedensgebetes aufzugreifen, den Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 erstmals in Assisi einberufen hatte.

In den vergangenen 22 Jahren haben Männer und Frauen verschiedener Kulturen und Religionen auf den Impuls von Sant’Egidio hin einen Weg von Begegnungen, Dialog und Friedensgebet zurückgelegt. Sie trafen sich an verschiedene Orten der Welt, um überall den „Geist von Assisi“ zu verbreiten, Freundschaften aufzubauen und Zusammenarbeit zu fördern sowie die gemeinsame Absicht zu bezeugen, eine Kultur des Miteinanders aufzubauen.