„Nichts ist wichtiger, als Gott zu begegnen“: Zum 100. Geburtstag von P. Pedro Arrupe SJ
Von Angela Reddemann
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ROM, 14. November 2007 (ZENIT.org).- Der Jesuitenorden feiert heute den 100. Geburtstag ihres 28. Generaloberen, P. Pedro Arrupe. Der Spanier wurde am 14. November 1907 als letztes von fünf Kindern in Bilbao geboren. Er war es, der als erprobter Japan-Missionar den Orden durch die stürmischen Jahre nach dem Konzil führte.
„Im Blick auf Not und Elend so vieler Menschen sprach Pedro Arrupe immer wieder von der Notwendigkeit, ‚den Planeten zu heilen‘. ‚Weltdienst als Heilsdienst‘ – in dieser Formel lässt sich das Grundanliegen des Jesuitenordens zusammenfassen“, schreibt sein Biograph, P. Martin Maier SJ (vgl. Stimmen der Zeit). Sein Werk „Pedro Arrupe SJ – Zeuge und Prophet“ ist rechtzeitig zum 100. Geburtstag des Basken in der Reihe „Ignatianische Impulse“ im „Echter Verlag“ erschienen. Maier würdigt Pedro Arrupe für seinen Einsatz „für den Dialog zwischen Religion und Kultur“ und für „die Einheit von Glauben und Engagement für Gerechtigkeit“.
Von P. Arrupe stammt das Wort: „Nichts ist wichtiger, als Gott zu begegnen. Das heißt, sich in ihn definitiv und absolut zu verlieben.“ Als 20-jähriger Medizinstudent trat Pedro Arrupe 1927 in die Gesellschaft Jesu ein, absolvierte sein Noviziat in Loyola (Baskenland) und begann sein Philosophiestudium in Oña (Provinz Burgos). Der Putsch von General Franco führte während des Bürgerkrieges zum Verbot des Jesuitenordens in Spanien. Deshalb studierte Pedro Arrupe in Marneffe (Belgien) und im deutschen Theologat der Jesuiten in Valkenburg (Niederlande).
1936 wurde er in Belgien zum Priester geweiht. Das damals nach der Priesterweihe übliche vierte Jahr im Theologiestudium absolvierte er in den am St. Mary's Kolleg in Kansas (US Bundesstaat Missouri), sein Tertiat in Cleveland (Ohio). Von dort wurde er vom Orden am 15. Oktober 1938 als Missionar nach Japan gesandt, wo er bis 1940 die Sprache erlernte und in einem Armenviertel von Tokio arbeitete. Von 1940 bis 1942 war er Pfarrer in Yamaguchi. Ab 1942 wirkte der Geistliche als Novizenmeister in Hiroshima, wo er den Abwurf der Atombombe miterlebte.
Pedro Arrupe stand in diesen schwierigen Stunden an der Seite seiner Gemeindemitglieder, denen er als Seelsorger tatkräftig half, indem er zusammen mit einigen Ordensbrüdern ein Notspital einrichtete. Das ergreifende Erlebnis der ersten Eucharistiefeier nach dem Bombenabwurf in den Trümmern der Pfarrkirche in Hiroshima beziehungsweise das Verlangen der vom Tod gezeichneten japanischen Katholiken nach dem Leib des Herrn hat er in seinen Buch „Erfahrungen mit der Eucharistie“ festgehalten.
1954 wurde er Vizeprovinzial, und vier Jahre später – nach der Erhebung Japans zur Provinz des Jesuitenordens – der erste Provinzial in diesem asiatischen Land. P. Arrupe gab acht japanische Bücher heraus, darunter eines über den Kommunismus, einen Kommentar zu den Exerzitien und sein viel beachtetes Buch „Ich habe die Atombombe erlebt“.
Als der 27. Generalobere des Ordens, Jean Baptiste Janssens, 1964 starb, wählte die Generalversammlung des Ordens 1965 den Basken und Japan-Missionar Pedro Arrupe am 22. Mai zum 28. Generaloberen. In dieser Funktion führte er den Orden mit Charisma und großer persönlicher Frömmigkeit 16 Jahre lang durch die Umbruchsjahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil
Eine Bestandsaufnahme über diese Jahre legte er in dem Band „Die Situation der Kirche in der Welt von heute“ vor. „Arrupe stand im Brennpunkt der nachkonziliaren Auseinandersetzungen über die Neugestaltung der Beziehung zwischen Kirche und moderner Welt“, betonte der Chefredakteur von „Stimmen der Zeit“.
Die Leitung der Gesellschaft Jesu übernahm der Priester bis zu einem Schlaganfall im August 1981. Zu diesem Zeitpunkt hatte P. Arrupe bereits versucht, eine Generalkongregation des Ordens für die Wahl eines Nachfolgers einzuberufen. Im selben Jahr gründete er den Jesuitischen Flüchtlingsdienst JRS.
Der von Krankheit gezeichnete P. Arrupe erklärte am 22. Mai 1982, dem 17. Jahrestag seiner Wahl zum General: „Nun, da mir die liebende Hand des Herrn Beschränkungen und Grenzen auferlegt hat, danke ich Gott heute aus ganzem Herzen für alles, war er mich im Dienste Christi hat tun lassen in all den Jahren. Am Abend meines Lebens fühle ich mich dem Herrn, dem ich gedient habe, näher. Alle meine Mängel überlasse ich dem grenzenlosen Erbarmen seines Herzens in der sicheren Gewissheit seines Verstehens und seiner Liebe.“
1983 konnte schließlich eine Generalkongregation einberufen werden. Sie wählte Peter Hans Kolvenbach zum neuen Generaloberen. P. Arrupe war unter den ersten Gratulanten. Er starb am 5. Februar 1991 im Alter von 84 Jahren in Rom.


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