"Nie starr, nie verschlossen, immer offen für die Stimme Gottes"

Begegnung zwischen Ordensleuten und Schülern im Bistum Trier

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 293 klicks

Das Bistum Trier berichtete von einer Begegnung zwischen Ordensleuten und Gymnasiasten in Koblenz anlässlich des „Tages des geweihten Lebens“. Die Schüler hatten Gelegenheit, den rund 50 anwesenden Ordensleuten aus verschiedenen Einrichtungen Fragen zu ihrer Berufung und ihrem Alltag in den Ordensgemeinschaften zu stellen. Die Schüler waren sehr froh über das Treffen, da sie einen Einblick in eine ihnen wenig bekannte Welt gewinnen konnten. Die Ordensleute versuchten, den jungen Menschen die Entscheidung zu einem Leben in einer Ordensgemeinschaft und die Besonderheiten ihrer Lebensform zu erklären.

„Ehelos leben heißt nicht beziehungslos leben. Wir gehen ganz normalen Berufen nach und haben Kontakte zu Kollegen, Freunden, unseren Eltern und Geschwistern. Aber wir gewinnen ja auch eine neue Familie hinzu – in unserer Gemeinschaft,“ so Bruder Alfons Michels auf die Frage nach einem Leben ohne Familie. Sr. Ursula Hertewich antwortete auf die Frage der Schüler nach Ordenseintritten: „Ich bin 2007 als Novizin aufgenommen worden und hätte gar nicht gedacht, dass nach mir überhaupt noch jemand eintritt. Und jetzt sind es dieses Jahr vier Frauen. Ich sage immer: wenn wir in der Gesellschaft noch gebraucht werden, wird der liebe Gott auch entsprechend einen Weg finden.“

Die Begegnung zwischen den Schülern und Ordensleuten ist ein gelungenes Beispiel für den Austausch zwischen jungen und älteren Generationen, wie ihn Papst Franziskus anlässlich des „Tages des geweihten Lebens“ gefordert hatte: „Und auch im geweihten Leben lebt man die Begegnung zwischen Jung und Alt, zwischen Gesetzestreue und Prophetie. Sehen wir sie nicht als zwei gegensätzliche Realitäten! Lassen wir vielmehr beide vom Heiligen Geist beseelt sein, und das Zeichen dafür ist die Freude: die Freude, eine Lebensregel zu befolgen, in ihr den Weg zu gehen; und die Freude, vom Heiligen Geist geführt zu werden, nie starr, nie verschlossen, immer offen für die Stimme Gottes, der spricht, öffnet, führt und der uns einlädt, auf den Horizont zuzugehen.

Es tut den alten Menschen gut, den jungen die Weisheit weiterzugeben; und den jungen Menschen tut es gut, diesen Schatz an Erfahrung und Weisheit aufzunehmen und weiterzutragen, nicht um ihn in einem Museum zu hüten, sondern um ihn voranzutragen, indem sie die Herausforderungen annehmen, die das Leben uns stellt, um ihn weiterzutragen zum Wohl der jeweiligen geistlichen Familie und der ganzen Kirche. Die Gnade dieses Geheimnisses, das Geheimnis der Begegnung, möge uns erleuchten und auf unserem Weg stärken.“

Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der Männerorden, unterstrich die große Verantwortung und Verpflichtung der Ordensleute im Hinblick auf das „Jahr des geweihten Lebens“: „Als Ordensleute freuen wir uns über die große Wertschätzung des neuen Papstes, sie ist uns aber auch eine große Verpflichtung, dies in unserer Kirche und in der Gesellschaft auch durch unser Tun und Wirken in den vielen Bereichen, in denen Ordensleute leben und wirken, sichtbar und für die Menschen erfahrbar zu machen!“ Das „Jahr des geweihten Lebens“ fasst er als Chance und Herausforderung auf, „in unseren verschiedenen Werken – in den Schulen und Krankenhäusern, in der kategorialen Seelsorge und in den pfarrlichen Aktivitäten – unser Engagement zur vertiefen und neu zum Leuchten zu bringen!“