"Nie wieder Krieg!"

Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz in Givisiez

Freiburg i. Ü., (SBK PM) | 306 klicks

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat sich vom 2. bis 4. September 2013 im Haus der Priesterseminare in Givisiez (Kanton Freiburg) zur 301. Ordentlichen Versammlung getroffen.

Der Bürgerkrieg in Syrien und die dramatische Lage in weiteren Ländern des Nahen Ostens haben die Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz überschattet. Papst Franziskus äusserte sich am Sonntag beim Angelus eindrücklich zu Syrien und warnte vor den sich abzeichnenden Entwicklungen. Er formulierte den Schrei nach Frieden nicht für sich allein, auch nicht für die Kirche allein, sondern für die Menschheitsfamilie: „Wir wollen eine friedliche Welt; wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein; wir wollen, dass in dieser unserer Weltgemeinschaft, die durch Spaltungen und Konflikte zerrissen ist, der Friede aufbreche und nie wieder Krieg sei! Nie wieder Krieg! Der Friede ist ein zu kostbares Gut, als dass er nicht gefördert und geschützt werden müsste.“

Papst Franziskus hat für die gesamte Kirche am Samstag, 7. September, der Vigil des Festes der Geburt Marias, der Königin des Friedens, einen Tag des Fastens und Betens für den Frieden in Syrien, im Nahen Osten und in der ganzen Welt angesetzt. Er lädt zugleich die Brüder und Schwestern aller christlicher Konfessionen, die Mitglieder der anderen Religionen und die Menschen guten Willens dazu ein, sich dieser Initiative in einer Weise, die ihnen geeignet erscheint, anzuschliessen.

Die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte rufen dazu auf, die Initiative des Papstes aufzugreifen und für den Frieden zu fasten und zu beten. Am 7. September werden die Gläubigen sich auf dem Petersplatz in Rom von 19.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Gebet versammeln, um von Gott die grosse Gabe des Friedens für die syrische Nation und für alle Situationen von Konflikten und Gewalt in der Welt zu erbitten. Liturgische Feiern werden an diesem Tag ebenfalls in der Schweiz an zahlreichen Orten stattfinden.

Das „Vademecum“ – eine Arbeitsgrundlage

Die Veröffentlichung des Vademecums zur Zusammenarbeit mit den staatskirchenrechtlichen Körperschaften, welches von einer Fachkommission erarbeitet wurde, ist in der Öffentlichkeit kontrovers aufgenommen worden. Die im Vademecum besprochenen Themen der Nomenklatur, der Pfarrwiederwahl und der Vereinbarung für eine Zusammenarbeit der Bischöfe mit den staatskirchenrechtlichen Organisationen berühren den Zuständigkeitsbereich der staatskirchenrechtlichen Körperschaften. Somit ist das von den Bischöfen verabschiedete Vademecum als Arbeitsgrundlage zur Weiterentwicklung von staatskirchenrechtlichen Fragen zu lesen. Es soll einen Beitrag dazu leisten, gemeinsam mit den Verantwortlichen der staatskirchenrechtlichen Körperschaften das bestehende System weiterzuentwickeln. Die SBK verweist in diesem Zusammenhang auf ihr Communiqué vom 5. November 2008.

Zur Entstehungsgeschichte: Am letzten Ad-limina-Besuch der Schweizer Bischöfe in Rom kamen 2006 Fragen des schweizerischen Staatskirchenrechts zur Sprache. Diese Fragen wurden später auf einer Fachtagung in Lugano 2008 mit Vertretern des Heiligen Stuhls, der staatskirchenrechtlichen Körperschaften und der Schweizer Bischofskonferenz erörtert. Daraufhin hat die Schweizer Bischofskonferenz eine Fachkommission eingesetzt und ihr verschiedene Fragen zur Beantwortung vorgelegt. Die Schweizer Bischofskonferenz hat Fachpersonen in die Kommission berufen, der Heilige Stuhl zusätzlich zwei Mitglieder in die Kommission entsandt. Die Fachkommission hat einen ausführlichen Bericht verabschiedet und eine Zusammenfassung, das Vademecum, zur Verfügung gestellt.

In Kürze

- Die Mitglieder der SBK werden sich voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2014 zum Ad-limina-Besuch nach Rom begeben. Der Besuch, der letztmals 2005/2006 durchgeführt wurde, dient dem vertieften Austausch mit dem Papst und seinen wichtigsten Mitarbeitern.

- Die Bischöfe von Basel, Chur und St. Gallen haben über ihre Begegnung mit den Präfekten der Glaubenskongregation und der Kongregation für die Bischöfe in Rom berichtet. Hauptgegenstand der Begegnung waren die von der Pfarrei-Initiative aufgeworfenen Fragen. Der Text der Pfarrei-Initiative widerspricht in verschiedenen Punkten der Lehre und Ordnung der katholischen Kirche. Das Gespräch zeigte, dass die Initiative Symptom einer Krisensituation ist. Die Fragen und Befürchtungen, die zur Initiative geführt haben, sind ernst zu nehmen. Die einzelnen Bischöfe setzen den Dialog mit den Initiatoren und Unterzeichnern der Pfarrei-Initiative fort.

Begegnungen

- Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Diego Causero, hat der Versammlung der Bischofskonferenz einen freundschaftlichen Besuch abgestattet. Er entwickelte vor den Bischöfen die Idee einer gemeinsamen Betrachtung von Christus, dem Herrn, und der Kirche als Familie.

- Die Bischöfe sind mit dem Sekretär der Kommission Justitia et Pax, Dr. des. Wolfgang Bürgstein, zusammengetroffen. Er vertritt sie als Delegierter am Runden Tisch, der von Bundesrätin Simonetta Sommaruga zum Thema „Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen“ eingerichtet wurde. Die Versammlung informierte sich über den Stand der Arbeiten und diskutierte weitergehende Fragen und Aspekte.

Ernennungen

Die Schweizer Bischofskonferenz ernennt:

- Pfarrer Stefan Kemmler, Erlinsbach SO, zum Delegierten für die Internationalen Eucharistischen Kongresse

- Pfarrer Pierre Bou Zeidan, Moutier BE, zum Mitglied der Arbeitsgruppe „Islam“

- Pfarrer Andreas Schönenberger, Wattwil SG, zum Mitglied der Kommission Bischöfe-Priester

- Pater Michel Fontaine OP, Genf, Professor an der „Haute Ecole de la Santé La Source“ in Lausanne, zum Mitglied der Bioethik-Kommission.

Givisiez, 4. September 2013