Nigeria: 300 Selbstmordattentäter stehen bereit

Boko Haram hat Verbindung zur Al Quaida und den Al-Shabaab-Milizen

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ROM, 25. Juni 2012 (ZENIT.org). –Die Christen in Nigeria sind weiterhin in Sorge und Angst, nachdem die radikalislamische Boko-Haram-Sekte, die in jüngster Zeit mehrere Attentate gegen christliche Kirchen verübt hat, mit weiteren Attentaten droht. Nach Aussage der Sekte soll der Monat Juni „der blutigste Monat für Christen werden“, wie der Fidesdienst berichtet.

Die radikalislamistische Gruppe gab bekannt, dass rund 300 Selbstmordattentäter bereit stünden, wenn es darum gehe, christliche Kirchen in den Staaten Plateau und Kaduna anzugreifen. Man habe Söhne und Töchter von solchen Muslimen rekrutiert, die bei den jüngsten Konflikten ums Leben gekommen waren, und es stünden Sprengsätze zur Verfügung, die in Mauretanien und Somalia hergestellt wurden.

Boko Haram kündigte auch Attentate auf Regierungsgebäude in den Staaten Kano, Kaduna, Yobe und Gombe an. Man plane einen großen Terroranschlag in der Bundeshauptstadt Abuja, mit dem man der Welt zeigen wolle, „dass wir uns von den nigerianischen Sicherheitskräften nicht aufhalten lassen.“

In den vergangenen Wochen hatten die zuständigen Behörden eine Ausgangssperre erlassen, mit der die Ordnung wieder hergestellt werden sollte, was jedoch nur zum Teil erfolgreich war. Christliche Kirchen bitten unterdessen in verschiedenen Bundesstaaten im Norden und in der Landesmitte um mehr Schutz. In einer Verlautbarung der Nichtregierungsorganisation „Christian Solidarity Worldwide (CSW), appelliert CSW an die zuständigen Behörden mit der Bitte, „auf die Drohungen durch mehr Schutz für Unschuldige zu reagieren, um der Gefahr von Racheakten vorzubeugen“.

Nach Ansicht der Nichtregierungsorganisation „stellt Boko Haram erneut die Verbindung zur Al Quaida im Islamischen Magreb (AQIM) und zu den Al-Shabaab-Milizen unter Beweis“. „Dieses Phänomen geht über die Grenzen Nigerias hinaus“, heißt es in der Verlautbarung abschließend, „deshalb ist internationale Zusammenarbeit notwendig, damit finanzielle Unterstützung und Ausbildung verhindert werden können.“