Nigeria:Alle Indizien deuten auf Boko Haram hin

Bischof Kaigama zum Massaker an Studenten

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ROM, 9. Oktober 2012 (ZENIT.org). - „Alle Indizien deuten darauf hin, dass es sich um eine Attacke der Boko Haram handelt“, so der Vorsitzende der Nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama, zum Fidesdienst in einem Kommentar zu dem am vergangenen 2. Oktober verübten Anschlag auf die Universität Mubi im Staat Adamawa im Nordosten Nigerias.

Bei dem Massaker kamen mindestens 40 Studenten ums Leben. Von Seiten der Polizei gibt es noch keine offizielle Erklärung zu den Urhebern des Massakers, doch nach Ansicht von Bischof Kaigama „scheint alles darauf hinzudeuten, dass es von Mitgliedern der Boko Haram verübt wurde, die in jüngster Zeit bereits ähnlich vorgingen“.

In den vergangenen Wochen waren auch Moscheen und muslimische Religionsvertreter Zielscheibe der Attentate der Boko Haram. „Boko Haram ist eine kriminelle Sekte, die mit dem Rest des Islam nichts zu tun hat“, so betonte Erzbischof Kaigama. „Bei den Mitgliedern handelt es sich um Kriminelle, die keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen machen. Die Gründe für die Gewalt gehen über die Religion hinaus“, eine Einschätzung, die von allen Beobachtern geteilt wird.

„Unsere Sicherheitsdienste werden herausfinden müssen, was sich hinter den Attacken der Boko Haram verbirgt“, so der Erzbischof von Jos weiter. „Ich frage mich, ob es politische Kräfte sind, die eine bestimmte Strategie verfolgen. Doch es ist nicht meine Aufgabe, das herauszufinden. Ich bin ein Religionsvertreter und nicht dafür zuständig, es ist Aufgabe der Regierung und der Sicherheitskräfte des Landes.“

Am 4. Oktober gab Staatspräsident Goodlock die Ernennung eines neuen Oberbefehlshabers der Streitkräfte bekannt. „Dies könnte eine Antwort auf die derzeitige Situation sein, denn der Unmut unter den Menschen wächst von Tag zu Tag, angesichts dieser Massaker an unschuldigen Menschen, die ohne Grund sterben müssen. Ich denke also, dass es an der Zeit ist, dass der Präsident tut, was getan werden muss, auch wenn dabei Personen an der Spitze der Sicherheitskräfte ausgetauscht werden müssen“.