Nigeria: Christliche Mädchen verschleppt und islamisiert

Schulen im Fadenkreuz der Boko Haram

Rom, (Fides) | 314 klicks

Die „Northern Christian Association of Nigeria“ (CAN) warnt in einer Verlautbarung vor der Verbreitung eines neuen Phänomens: christliche Minderjährige werden verschleppt und müssen zum Islam konvertieren. Die Mädchen werden oft in den Wohnungen eines Emirs oder radikaler Religionsvertreter festgehalten, die zum Teil in Verbindung mit der Boko-Haram-Sekte stehen. CAN betreut im Auftrag von Eltern betroffener Mädchen bereits fünf solche Fälle. „Wenn Angehörige Anzeige bei der Polizei erstatten, dann hören sie oft, dass man nichts tun könne. Es entsteht der Verdacht, dass die Polizei sich der Mittäterschaft schuldig macht“, so Daniel Babayi, Sekretär der CAN.

Christen befinden im Norden Nigerias im Fadenkreuz der radikalislamischen Boko-Haram-Sekte, die einen islamischen Staat errichten will. Seit Monaten kommt es immer wieder zu terroristischen Anschlägen auf Kirchen und Morden an christlichen Gläubigen. Vertreter von Boko Haram sollen öffentlich erklärt haben, dass „die Entführung von christlichen Frauen zu den neuen Maßnahmen gegen Christen im Norden Nigerias gehört, damit diese die Region verlassen.“

Zu den Hauptzielen der Gruppe gehören Schulen. Anfang Juli kamen über 40 Personen, größtenteils Schüler, bei einem Anschlag auf ein Internat in Yobe ums Leben. Bei einem weiteren Anschlag auf eine Schule wurde in jüngster Vergangenheit ein Schlafsaal in Brand gesteckt, in dem Schüler schliefen. Diejenigen, denen die Flucht vor dem Feuer gelang wurden kaltblütig erschossen. Der Anführer von Boko Haram, Abubakar Shekau, forderte öffentlich zu weiteren Anschlägen auf Schulen auf, „die die westliche Erziehung verbreiten“. 

Zur Bekämpfung der Gewalt der Boko-Haram-Sekte wurde vor zwei Monaten in den nigerianischen Staaten Borno, Yobe und Adamawa, wo die Bedrohung am größten ist, der Ausnahmezustand ausgerufen.

(Quelle: Fidesdienst, 23/07/2013)