Nigeria: Politische Hintergründe nicht auszuschließen

Mögliche Instrumentalisierung der Boko-Haram-Sekte

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MAIDUGURI, Donnerstag, 7. Juli 2011 (ZENIT.org/ Fidesdienst). – „Mit Sicherheit ist die Lage in der Stadt sehr angespannt, denn es sind bewaffnete Gruppen unterwegs, die auf die Menschen schießen“, so Bischof Oliver Dashe Doeme von Maiduguri im Norden Nigerias, wo am 3. Juli bei einem Bombenanschlag in einer Bar mindestens 10 Menschen ermordet und weitere verletzt wurden.

Zuvor war bei einem Attentat, für das die Boko-Haram-Sekte verantwortlich gemacht wird, ein Lokalpolitiker ermordet worden. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli kam ein weiteres Dutzend Menschen bei einem Feuergefecht ums Leben.

Auf die Frage, ob es sich bei dieser Reihe von Anschlägen und Attentaten um eine präzise Strategie handeln könnte, erklärte Bischof Doeme: „Es ist nicht einfach, darauf eine Antwort zu geben, denn die Lage ist sehr komplex. Politische Hintergründe können nicht ausgeschlossen werden. Es könnte sein, dass jemand die Boko-Haram-Sekte zu eigenen Zwecken instrumentalisiert. Niemand hat sich bisher ausdrücklich zu den Attentaten und deren Zielen geäußert. Es verbergen sich dahinter auf jeden Fall Kräfte, die den Frieden in der Region verhindern wollen“.

„Zielscheibe der Übergriffe sind nicht nur Christen“, betonte der Bischof von Maiduguri, „Eine Bombe explodierte zum Beispiel in der Nähe der Wohnung eines wichtigen muslimischen Religionsvertreters in Borno.“

„Der Markt, auf den ein weiteres Attentat verübt wurde, wird sowohl von Christen als auch von Muslimen besucht. Mit Sicherheit leiden aber auch Christen unter der Situation: mehrere Gläubige wurden ermordet, und im vergangenen Monat wurde unsere Kathedrale bei einem Anschlag schwer beschädigt. Doch bei den Opfern handelt es sich nicht nur um Christen“, so Bischof Doeme abschließend.