Nikolaus von Tolentino (1245-1305)

Mönch, Prediger und Krankenseelsorger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 277 klicks

Nikolaus von Tolentino zählte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zu den meistverehrten Heiligen in Europa. Der Heilige wurde um 1245 in Sant’Angelo in Pontano in den Marchen geboren und nach dem heiligen Nikolaus von Myra benannt. Bereits als Zwölfjähriger soll er den Augustineremiten beigetreten sein. Ab 1275 war Nikolaus vor allem in Tolentino tätig, wo er als Prediger und Krankenseelsorger arbeitete. Besonders der armen und kranken Menschen nahm er sich liebevoll an. In Scharen kamen die Gläubigen, um seinen Predigten zuzuhören.

In der Regel wird Nikolaus im schwarzen Ordenshabit mit Ledergürtel, jugendlich und bartlos dargestellt; als Attribute begleiten den Heiligen häufig eine Lilie, ein Kruzifix oder Sterne. Über 300 Wunder werden Nikolaus zugeschrieben. So heißt es, er habe auf dem Krankenlager gebratene Vögel zurückgewiesen, die ihm als Mahlzeit gebracht worden seien. Daraufhin seien die Vögel zum Leben erwacht und davon geflogen. Nikolaus, der zu den Nothelfern zählt, soll bei der Geburt, bei einer Messfeier und bei seinem Tod von einem Engel begleitet worden sein.

Nikolaus starb am 10. September 1305. 20 Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1325, wurde das Heiligsprechungsverfahren eingeleitet, das 1445 bestätigt wurde. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Basilika von Tolentino. Die Gebeine des Heiligen wurden 1926 bei Grabungen wiederentdeckt und befinden sich seitdem in einem Glasschrein.

Bis heute hat sich der Brauch der gesegneten „Nikolaus-Brötchen“ erhalten, die bei den Augustineremiten bestellt werden können. Der Brauch geht auf eine Begebenheit im Leben des Heiligen zurück. In schwerer Krankheit war ihm die Jungfrau Maria erschienen die ihn dazu aufforderte, um Brot zu bitten, es in Wasser zu tauchen und zu essen. Nikolaus tat wie ihm geheißen und heilte. Seit diesem Tag versorgte er alle Bedürftigen mit dem gesegneten Brot und vertraute sie dem Schutz der Jungfrau Maria an.

Für die Segnung der Brote ist bis heute ein besonderer Ritus vorgeschrieben, der mit einem Gebet, das an den heiligen Nikolaus gerichtet ist, endet. Danach werden die „Nikolaus-Brötchen“ gegessen. Viele Wunder sind im Zusammenhang mit den „Nikolaus-Brötchen“ überliefert; so soll 1447 ein furchtbarer Brand in der Nähe des Dogenpalastes in Venedig dank der Brötchen, die in die Flammen geworfen wurden, gelöscht worden sein.