Nobelpreisträgerin Rita Levi Montalcini bei Papst Benedikt XVI.

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ROM, 26. Mai 2009 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. empfing gestern, Montag, in seiner Privatbibliothek die italienische Neurologin und Neurobiologin Rita Levi Montalcini, die 1986 gemeinsam mit dem US-Biochemiker Stanley Cohen mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie ausgezeichnet worden war. Einzelheiten über die vertrauliche Unterredung des Papstes mit der 100 Jahre alten Wissenschaftlerin wurden nicht bekannt gegeben.



Rita Levi Montalcini ist Senatorin auf Lebenszeit und Leiterin einer Stiftung, die jungen Menschen aus Afrika, insbesondere Studierenden, mit Stipendien aushilft. Sie wurde im Jahr 1909 in Turin geboren und studierte Neurochirurgie. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung musste sie Italien kurz nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlassen und ließ sich zunächst in Belgien nieder. Von 1943 bis 1945 lebte sie aber wieder in ihrer Heimat Italien - als Illegale in Florenz.

Nach dem Krieg arbeitete Levi Montalcini zunächst als Ärztin in einem Flüchtlingslager, wo sie Seuchen bekämpfte, und danach an der Universität Turin, wo sie sich der Forschung widmete, ehe sie der Zellforscher Viktor Hamburger zu gemeinsamen Studien in die USA einlud. Statt der geplanten zwölf Monate blieb Rita Levi-Montalcini 30 Jahre in St. Louis, wo sie die Funktion des Nervensystems erforschte.

Der Nobelpreis wurde ihr und Cohen für die Forschungsarbeiten zur Isolierung und Chararakterisierung des Nervenwachstums verliehen.