Nord-Südsudan: Kirche in Not ruft zum Gebet für den Frieden auf

Kämpfe in Grenzregionen nehmen zu

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KÖNIGSTEIN/WIEN, 24. April 2012 (ZENIT.org/KIN). - Angesichts der zunehmenden Kämpfe in der Grenzregion zwischen dem Nord- und dem Südsudan ruft das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ dazu auf, für den Frieden zu beten. „Wir dürfen diesen neuen Konflikt nicht vergessen und vernachlässigen“, betont Christine du Coudray, die Afrikareferentin der Organisation. „Wir müssen inständig darum beten, dass der Konflikt im Grenzgebiet aufhört und sich nicht noch weiter ausbreitet“. Das Risiko sei hoch, denn der sudanesische Präsident Omar Hassan al-Baschir wolle den Krieg mit dem seit vergangenem Juli unabhängigen Südsudan.

Es herrsche unter der Bevölkerung im Grenzgebiet große Angst. „Die Kinder in den Nuba-Bergen flüchten sich schreiend in Erdlöcher und Höhlen, wenn sie den Lärm der Flugzeuge hören. Die Zivilbevölkerung wird bombardiert, Menschen werden getötet, viele tragen schwere Verletzungen davon, verlieren Gliedmaßen oder bleiben mit einem verbrannten Gesicht zurück. Wer hört die Schreie dieser unschuldigen Menschen?“, fragt du Coudray. Viele Tausende seien auf der Flucht, Hunger breite sich aus, zahlreiche Kinder seien bedroht. Die Regierung des Nordsudan erlaube es Nichtregierungsorganisationen jedoch nicht, Nahrungsmittel zu verteilen und Lager für die Flüchtlinge einzurichten. Hier spiele die Kirche vor Ort eine wichtige Rolle. Sie müsse den Menschen so früh wie möglich helfen.

Experten sprechen davon, dass ein neuer Krieg im Sudan noch fatalere Folgen haben könnte als der Bürgerkrieg zwischen 1983 und 2005, der mehr als zwei Millionen Menschenleben forderte und viele Millionen heimatlos machte. Seit der Unabhängigkeit des Südsudans, die am 9. Juli 2011 vollzogen wurde, herrscht zwischen den beiden Ländern Uneinigkeit über den Verlauf der Grenze.