Nordafrika: Hoffnung auf Demokratie und Freiheit

Kirche in Not veröffentlicht Dokumentation

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BERLIN, Montag, 2. Mai 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). -  „Christen in großer Bedrängnis” heißt eine aktuelle Dokumentation des internationalen Hilfswerkes „Kirche in Not“ über die Lage der verfolgten Christen in der Welt. Das 160 Seiten umfassende Buch ist ab sofort unentgeltlich im Münchner Büro* des Hilfswerks erhältlich.

Besondere Schwerpunkte der diesjährigen Dokumentation liegen in der Situation von Christen in Nordafrika, dem Irak und Pakistan. Außerdem wird die Lage der Kirche in totalitären Staaten wie China oder Myanmar in den Blick genommen.

Die Christen in Nordafrika schwanken im Zuge der politischen Umbrüche in der Region zwischen Hoffnung auf mehr Freiheit und Angst vor drohenden islamistischen Regimen. Religiös motivierte Übergriffe, wie zuletzt der blutige Bombenanschlag auf eine koptische Kirche in Alexandria zum Jahreswechsel,  gäben Grund zur Sorge, betonte der KIN-Menschenrechtsexperte Berthold Pelster bei der Buchvorstellung in Berlin.

Die Christen im Irak seien seit der Veröffentlichung der letzten Dokumentation “Christen in großer Bedrängnis” aus dem Jahr 2008 weiter unter Druck geraten. Erst Ende Oktober waren Islamisten während des Sonntagsgottesdienstes in die syrisch-katholische Kathedrale in Bagdad eingedrungen und hatten die Gläubigen als Geiseln genommen, um die Freilassung von Al-Qaida-Kämpfern zu erzwingen. Bei der Befreiungsaktion sprengten sich die Geiselnehmer in die Luft und rissen mehr als fünfzig Menschen mit in den Tod.

In Pakistan seien in letzter Zeit zwei namhafte Politiker von Islamisten ermordet worden, weil sie sich gegen die Diskriminierung von Minderheiten und für die Abschaffung des sogenannten Anti-Blasphemiegesetzes eingesetzt hatten. Dieses Gesetz stellt eine nicht näher definierte „Beleidigung” des Islam unter Strafe und wird oft zur Denunzierung von Minderheiten missbraucht.

Aus den beiden „Brennpunktländern” Ägypten und Algerien waren der Patriarch von Alexandria, Antonios Kardinal Naguib, und der Erzbischof von Algier, Ghaleb Bader, auf Einladung von „Kirche in Not" zur Vorstellung der neuen Dokumentation „Christen in großer Bedrängnis – Dokumentation 2011” nach Berlin gekommen.

Patriarch Naguib berichtete, in Ägypten herrsche unter den Christen die Angst vor einem islamistischen Regime. Man hege aber immer noch die Hoffnung, dass die gegenwärtigen politischen Veränderungen zu einer demokratischen Zivilgesellschaft führen könnten. Der Patriarch appellierte an die Christen in Europa, die Kirchen in Nordafrika und im Nahen Osten zu unterstützen. Wichtig für den Weg Ägyptens hin zu einer funktionierenden Zivilgesellschaft sei vor allem, Bildungs- und soziale Einrichtungen weiter auszubauen.

Erzbischof Bader sagte, die Gründe für die Revolutionen in Nordafrika seien nur an zweiter Stelle wirtschaftlicher Art. Vor allem treibe die fehlende Freiheit die Menschen auf die Straße. Es müsse nun die Frage gestellt werden, ob dieser Wunsch nach mehr Freiheit durch die Revolutionen erfüllt werden könne. Sei das nicht der Fall, hätten diese ihren Sinn nicht erfüllt. Es sei noch zu früh, etwas über den Ausgang der gegenwärtigen Umwälzungen zu sagen, räumte Bader ein.

Allerdings werde sich das Ausmaß der allgemein gewonnenen Freiheit in einer neuen Staatsordnung vor allem am Umfang der Religionsfreiheit messen lassen. “Die dann gewährte Religionsfreiheit wird uns zeigen, ob die neue Freiheit wirklich für alle gilt, oder nur für einige”, betonte der Erzbischof abschließend.

*Das Buch „Christen in großer Bedrängnis – Dokumentation 2011” kann unentgeltlich beim Bestelldienst von Kirche in Not oder im Münchner Büro von  „Kirche in Not bestellt werden:


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