Nordvietnam: Vier katholische Studenten zu Haftstrafen verurteilt

Verteilen von Flugblättern mit der Forderung nach Religionsfreiheit und Lebensschutz

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ROM, 24. Mai 2012 (ZENIT.org). - Wegen „staatsfeindlicher Propaganda“ sind heute vier katholische Studenten zu einer Haftstrafe verurteilt worden, wie der Fidesdienst berichtet. Dies habe ein Gericht in Hanoi auf der Grundlage der Artikel 79 des Strafrechts („aufständische Aktivitäten“) und Artikel 88 („staatsfeindliche Propaganda“) des Strafgesetzbuchs entschieden, der Haftstrafen von 3 bis zu 20 Jahren vorsieht. Sie hatten Flugblätter verteilt, auf denen Religions- und Meinungsfreiheit, Bekämpfung von Abtreibung und Hilfen für Waisen und Opfer von Naturkatastrophen gefordert wurden.

Die Verurteilten Duong Van Dau, Tran Huu Duc, Chu Manh Son und Hoang Phong sind zwischen 23 und 25 Jahre alt und kommen aus einer kleinen katholischen Gemeinde in der Provinz Nghe An, wo sie bereits im vergangenen Jahr festgenommen wurden, weil sie durch das Verteilen von Flugblättern mit angeblich regimekritischen Inhalten an „aufständischen Aktivitäten“ beteiligt gewesen waren.

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens wurden folgende Haftstrafen gegen sie verhängt: drei Jahre und sechs Monate für Duong Van Dau, drei Jahre und drei Monate für Tran Huu Duc und drei Jahre für Chu Manh Son. Außerdem wurde ein 18monatiger Hausarrest veranlasst. Der vierte Angeklagte wurde ebenfalls zu 18 Monaten Haft verurteilt, doch die Haftstrafe wurde zunächst ausgesetzt.

Im Jahr 2010 mussten sich nach Berichten 20 Dissidenten in neun Prozessen vor Gericht rechtfertigen. 18 Aktivisten wurden festgenommen, darunter 13 Katholiken.

Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich Hunderte vorwiegend katholischer Demonstranten zu einer Solidaritätskundgebung versammelt. Es wurde von zahlreichen Polizeibeamten bewacht. Einheimische und internationale Nichtregierungsorganisationen, darunter auch Human Rights Watch, verurteilen das Vorgehen der vietnamesischen Behörden gegen die Aktivisten.