Nötig sind Christen, die die Geschichte verändern: Bischof Algermissen begegnet Jugendlichen

Feier zum 50. Jahrestag der Einweihung des Schönstatt-Heiligtums in Dietershausen

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DIETERSHAUSEN, 20. Juni 2007 (ZENIT.org).- „Dass die Kirche bestehen bleibt, ist sicher, denn das hat Jesus zugesagt. Dass sie so bestehen bleibt, wie wir gewohnt sind, nicht“, erklärte der Fuldaer Diözesanbischof Heinz-Josef Algermissen am Sonntag im Gespräch mit Jugendlichen. Die Begegnung fand im Rahmen der Feiern zum 50. Jahrestag der Einweihung des Schönstatt-Heiligtums in Dietershausen statt, eines von fast 200 Nachbildungen des „Urheiligtums“ in Schönstatt, die heute in allen Kontinenten stehen.



„Fade, öde, langweilige Christen ändern die Geschichte nicht“, bekräftigte Bischof Algermissen, der die Gottesfrage als die „dramatischste Frage“ für die Gesellschaft heute und in den nächsten Jahren bezeichnete.

Uns sei der „Gott auf Augenhöhe“ – der persönliche, nahe Gott – abhanden gekommen; der Gott, der jedem zusage: „Ich bin bei dir.“ Heute bedürfe es deshalb Menschen, die Gott so erlebten und bezeugen könnten. Und für solche Erfahrungen seien Orte wichtig, an denen die „Wärme des Glaubens“ zu spüren sei, wie etwa das Schönstatt-Heiligtum in Dietershausen.

„Nicht der Papst, nicht die Bischöfe, nicht wir alle können die Kirche am Leben halten“, betonte Bischof Algermissen. „Nur Christus, der sie will.“

Die Kirche müsse kleiner und überzeugender werden, aber es werde sie weiter geben – nicht in den uns heute bekannten Strukturen und Formen, aber darauf käme es nicht an. „Wir werden leben von den lebendigen Christen“, bekräftigte der Bischof.

In einer Zeit, in der es keine katholischen Milieus mehr gebe, benötige die Kirche viele neue Missionare. IN diesem Sinn forderte Bischof Algermissen die Jugendlichen auf, für andere Menschen eine Frage zu sein und alternativ, das heißt im Geist Christi zu leben, beheimatet an „Orten der Glaubenswärme“.

Bischof Algermissen knüpfte am Nachmittag während des Festgottesdienstes an das lebhafte Gespräch mit den Jugendlichen an und verwies auf drei Haltungen, die die Kirche lebendig machen und mit dem Geist der Liebe erfüllen: Wie Maria auf Gottes Wort hören, wie Maria das Wort Gottes befolgen und wie Maria und mit ihr bei den Menschen sein – vor allem bei denen, in denen Christus heute leide; bei denen, an denen die Gesellschaft vorübergehe. Wenn wir als Kirche bei denen ausharrten, die leiden müssen, dann werde die Kirche lebendig sein, unterstrich der Hirte.

Die Feier rund um das Heiligtum in Dietershausen fand vom 15. bis zum 18. Juni statt und war vom Glaubenszeugnis zahlreicher Jugendlichen und junger Familien geprägt.