Nuntius des Heiligen Landes: Papst wird keinen politischen Plan anbieten

Erzbischof Franco warnt vor unrealistischen Erwartungen

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ROM, 16. Juli 2012 (ZENIT.org). – Der vor seiner Emeritierung stehende Nuntius des Heiligen Landes, Erzbischof Antonio Franco, hat dazu aufgerufen, realistische Erwartungen an die apostolische Exhortation Benedikts XVI. zu stellen, die im September veröffentlicht werden wird. Er erinnert vor allem daran, dass es sich dabei nicht um ein politisches Programm zur Lösungssuche der Konflikte des Mittleren Ostens handeln werde. So der Erzbischof in einem Interview mit „Kirche in Not“. Der Prälat wird in diesem Monat in den Ruhestand treten, nachdem er im März 75 Jahre alt geworden ist.

Der Heilige Vater wird die nachsynodale apostolische Exhortation der Kirche im September bei seiner Libanonreise übergeben. Das Dokument ist Frucht der im Oktober 2010 gehaltenen Bischofssynode für den Mittleren Osten.

„Diejenigen, die vom Heiligen Vater verlangen, ein politisches Programm zu erstellen, um die Probleme des Mittleren Ostens zu lösen, werden enttäuscht werden“, erklärt Franco. „Der Heilige Vater wird sicherlich die Christen im Heiligen Land ermuntern, zu einer Atmosphäre der Versöhnung beizutragen, damit auch politische Lösungen daraus entstehen können.“

Der Prälat vermutet, dass die zentrale Botschaft der Exhortation die „Gemeinschaft“ sein wird, mit der der Papst zu einem engeren Kontakt zwischen den verschiedenen Riten der katholischen Kirche und den ökumenisch einbezogenen Glaubensgemeinschaften ermuntern wird.

Erzbischof Franco fügt hinzu: „Damit könnte die christliche ‚communio‘ einen positiven Einfluss auf das Heilige Land mit seinen Problemen haben.“

Erzbischof Franco wurde im Jahre 2006 zum apostolischen Nuntius in Israel und Zypern und zum apostolischen Delegaten für Jerusalem und die Palästinensischen Territorien ernannt.

Während seiner Arbeit im Mittleren Osten nahm er am Papstbesuch im Heiligen Land 2009 und in Zypern 2010 teil.

Franco spielte auch eine zentrale Rolle in den Wirtschaftsverhandlungen zwischen Israel und den kirchlichen Institutionen des Heiligen Stuhls.

[Übersetzung des englischen Originals von Jan Bentz]