Nuntius würdigt Wiens Stadtpatron Hofbauer als „kantigen" Heiligen

Internationale Klemens-Wallfahrt von Wien über Tasovice nach Krakau

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WIEN, 23. Mai 2009 (ZENIT.org).- „Ein Mensch mit starkem Charakter, mit Ecken und Kanten", der aber gerade wegen seiner Unzulänglichkeiten ein sympathischer Heiliger sei. Gemeint ist der Wiener Stadtpatron Klemens Maria Hofbauer (1751-1820), den der Apostolische Nuntius in Österreich,
Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, „Bergkristall“ skizierte, in dem sich das Licht Gottes brechen konnte", so der Pressedienst der Erzdiözese Wien.

Mit einem umfangreichen Festprogramm und einer internationalen Wallfahrt über drei Länder feiern die Redemptoristen das 100-Jahr-Gedenken der Heiligsprechung ihres Mitbruders. <>

Vor 100 Jahren, am 20. Mai 1909, wurde Klemens Maria Hofbauer, von Pius X. heilig gesprochen. Der 1751 im südmährischen Tasovice geborene Hofbauer hatte zunächst den Bäckerberuf erlernt. Später lebte er eine Zeit lang als Einsiedler in der Nähe von Rom und studierte mit Unterstützung von Wohltätern in Wien und Rom Theologie. Dort trat er als erster Mitteleuropäer in den Redemptoristenorden ein.

Der Generalobere der Redemptoristen, P. Joseph Tobin, wies auf die große Bedeutung hin, die Klemens Maria Hofbauer auch heute noch im Orden habe. Vielfach werde er als zweiter Gründer des Ordens bezeichnet, was die hohe Wertschätzung für das Leben und die Botschaft des Heiligen deutlich mache. Von 1787 bis 1808 wirkte Hofbauer in Warschau. Nach der Auflösung der Redemptoristen-Niederlassung auf Anordnung Napoleons ging Hofbauer nach Wien. Hier wirkte er zuerst an der Minoritenkirche, ab 1813 als Kirchenrektor von St. Ursula; er starb 1820.

Die Spiritualität und die seelsorglichen Methoden des Heiligen seien auch heute noch von Bedeutung, so P. Tobin, der für die weltweit 5.330 Redemptoristen in 78 Ländern der Welt verantwortlich ist.

Als „modernen Heiligen" bezeichnete der Historiker und Hofbauer-Biograf Otto Weiß den Wiener Stadtpatron. Als Prediger und Seelsorger hatte Hofbauer in Wien großen Einfluss auf
Studenten, Gelehrte und Konvertiten. Der Heilige gilt als der geistige Überwinder der antiklerikalen Strömungen der Aufklärung, des Jansenismus und Josephinismus in Österreich und als Bahnbrecher der kirchlichen Erneuerung.

Auch wenn sich die Zeiten seit Hofbauer geändert hätten, sei Vieles ähnlich: Krieg und Terror stellten auch heute eine Bedrohung dar, Menschen stünden am Rande der Gesellschaft, und die Frage nach dem Sinn des Daseins beschäftige viele. Umso wichtiger sei es, mit den Augen und dem Herzen Hofbauers sehen zu lernen und trotz aller Herausforderungen nicht den Mut zu verlieren.

P. Lorenz Voith, Provinzial der Wiener Redemptoristen, erinnerte daran, dass die Redemptoristen von Wien aus zahlreiche neue Niederlassungen in vielen Länden gegründet hatten, so auch in den östlichen Nachbarstaaten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gelte es nun, das gemeinsame Erbe verstärkt wiederzubeleben.

Das Festprogramm der Internationalen Klemenswallfahrt zu Ehren des Stadtpatrons begann mit einem Gottesdienst in der Marienkirche; am Dienstag gingen die Pilger „auf den Spuren des Heiligen Klemens Maria Hofbauer" durch die Innenstadt von Wien und feierten am Abend mit P. Tobin einen Festgottesdienst in der Kirche Maria am Gestade. An dem Gottesdienst nahm auch der vor wenigen Wochen neu ernannte Erzbischof der slowakischen
Diözese Trnava, Robert Bezak, teil, der aus der Gemeinschaft der Redemptoristen kommt.

Am Fest Christ Himmelfahrt wurde die Internationale Klemenswallfahrt mit einem Gottesdienst im mährischen Geburtsort des Heiligen, Tasovice (Tasswitz) bei Znojmo (Znaim), fortgesetzt. Am Freitag endete die Wallfahrt in Krakau. Um 16 Uhr beginnt in der Kirche der dortigen Redemptoristen ein Festgottesdienst mit Kardinal Stanislaw
Dziwisz. Anschließend findet ein Konzert des Warschauer Domchores statt.
Mit einem Fest im Klostergarten endet diese große Jubiläumswallfahrt der
Redemptoristen.