Obamas schlimmster Beschluss

Öffentliche Gelder zur Förderung von Abtreibung

| 855 klicks

ROM, 28. Januar 2009 (ZENIT.org).- Als „sehr enttäuschend“ bezeichnete Kardinal Justin Rigali, Vorsitzender der Lebensschutz-Kommission der US-Bischofskonferenz, die jüngste Entscheidung des neuen US-Präsidenten Barack Obama zum Thema Abtreibung. Obama hob gestern, Dienstag, eine Anordnung auf, die Finanzhilfen der US-Regierung für Organisationen untersagt, die Schwangerschaftsabbrüche unterstützen oder durchführen.

Die Regelung war erstmals 1984 vom republikanischen Präsidenten Ronald Reagan eingeführt worden. Da der demokratische Präsident Bill Clinton die Regelung außer Kraft gesetzt hatte, führte Obama-Vorgänger Bush sie umgehend nach Amtsantritt wieder ein.

Kardinal Rigali wies darauf hin, dass eine Regierung, die die Zahl der Abtreibungen verringern solle, keine öffentlichen Gelder für Organisationen bereitstellen dürfe, die Abtreibungen unterstützten.

„Obama hat den schlimmsten Beschluss gefasst: Er wird nicht das Massaker an den Unschuldigen in der Welt stoppen", kommentierte der emeritierte Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia, Obamas Anordnung. Er betonte, dass sich laut Umfragen 80 Prozent der US-Bürger gegen die Abtreibung ausgesprochen hätten.

Obama hatte bereits am vergangenen Donnerstag ein Bekenntnis zum „Recht der Frau" auf Abtreibung abgelegt. In einer Erklärung zum 36. Jahrestag der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs durch das US-Verfassungsgericht versicherte Obama: „Ich fühle mich weiter dem Recht der Frau auf freie Entscheidung verpflichtet."

Den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod nannte Kardinal Francis George, Erzbischof von Chicago und Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, in einem Brief an US-Präsident Barack Obama kurz vor dessen Amtsantritt als zentrales Anliegen der katholischen Kirche.

„Ganz besonders werden wir das Leben der verletzlichsten und stimmlosen Mitglieder der Menschheitsfamilie beschützen, allen voran der ungeborenen Kinder und derjenigen, die behindert oder unheilbar krank sind", betont der Kardinal in seinem Schreiben. „Wir werden uns gegen gesetzliche oder andere Maßnahmen stellen, die Abtreibung ausweiten. Wir werden daran arbeiten, eine wesentliche und breit unterstützte Politik zu erhalten, die Respekt vor dem ungeborenen Leben zeigt, die Gewissensrechte des Gesundheitspersonals und anderer Amerikaner schützt und die verhindert, dass die Regierung Abtreibung finanziell fördert und vorantreibt."

Das Recht auf Abtreibung zählt weiterhin zu den am heißesten diskutierten gesellschaftspolitischen Streitfragen in den USA. Viele Politiker, Pro-Life-Gruppen, Kirchen und Konfessionen und weite Teile der Bevölkerung fordern ein Verbot der Abtreibung.

Von Karna Swanson. Aus dem Englischen übersetzt durch Angela Reddemann