Offener Brief von "Priester-Frauen" an Papst Franziskus

Bitte um Revidierung des Pflichtzölibats

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 394 klicks

Wie das Internetportal „VaticanInsider“ berichtet, haben 24 Frauen, die alle nach eigenen Angaben eine Beziehung zu einem Priester oder Ordensmann haben, hatten oder gerne hätten, einen offenen Brief an Papst Franziskus geschrieben, in dem sie den Papst um die Revidierung des Pflichtzölibats für katholische Priester bitten. Ihr Anliegen sei, „die Mauer des Schweigens und der Gleichgültigkeit“, der sie begegnen würden, zu durchbrechen. Sie seien täglich einem „zerstörerischen Leiden“ ausgesetzt und bitten Papst Franziskus, dass sich etwas ändert, nicht nur für sie selbst, sondern auch „zum Wohl der Kirche“.

Der Wunsch der Frauen sei, dass die Männer weiterhin ihre Berufung als Priester ganz ausfüllen und gleichzeitig eine Beziehung haben können. Die Geheimhaltung schaffe eine heuchlerische, verlogene Situation, die frustrierend sei. Die mit Vornamen und Kürzeln Unterzeichnenden schrieben an Papst Franziskus, „wir hoffen von ganzem Herzen, dass du unsere Liebe segnest.“

Papst Franziskus hatte in der Vergangenheit immer wieder Priester dazu aufgefordert, den Zölibat in überzeugender Weise zu leben. Als Kardinal in Buenos Aires hatte er in einem Interview gesagt, er sei für die Beibehaltung des Zölibats mit allem, was dazu gehöre, da in zehn Jahrhunderten positive Erfahrungen überwiegen würden. Im letzten Jahr hatte der Papst in einem Interview mit Journalisten auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro gesagt, er betrachte das Zölibat als ein Geschenk an die Kirche. In dem gemeinsamen Gesprächsbuch mit dem Rabbiner Abraham Skorka 2010 formulierte er, das Zölibat sei eine „Frage der Disziplin und nicht des Glaubens“. Schon als Kardinal in Buenos Aires lehnte er ein Doppelleben von Klerikern ab. Wenn ein Priester ihm mitgeteilt habe, dass eine Frau von ihm schwanger sei, habe er ihm deutlich gemacht, dass das natürliche Recht vor seinem Recht als Priester stehe. Daher habe der Priester dann auf Wunsch Bergoglios sein Amt aufgeben müssen, um sich um das Kind zu kümmern.

Es bleibt zu erwarten, inwiefern und ob der Papst auf den Brief der Frauen reagieren wird.