Öffnet die Tür des Glaubens und lasst das Licht hinein

Kardinal Bagnasco zeigt Wege, die Sehnsucht nach Gott wieder zu entfachen

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Von Antonio Gaspari

ROM, 24. Januar 2012 (ZENIT.org). – Man könne nicht akzeptieren, dass „die Tür des Glaubens“ menschenleer bleibe oder dass „das Salz schal werde“, oder dass „das Licht im Verborgenen bleibe“. Mit diesen Worten eröffnete Kardinal Angelo Bagnasco in seiner Ansprache die heutige Auftaktsitzung des Ständigen Rats der italienischen Bischofskonferenz (CEI).

Unter Bezugnahme auf die Entscheidung des Heiligen Vaters, ein Jahr des Glaubens auszurufen, erklärte der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz (CEI), dass die Schwelle zu dieser Tür des Glaubens „Mysterium und Anziehungspunkt jeder Existenz sei, Dilemma und Drama, Faszination und Hoffnung.“

„Vor dieser Tür“, fuhr er, die Worte des Papstes wiederholend, fort, „finden sich alle früher oder später ein: Es ist deshalb ratsam für uns, wenn man uns dort nicht in Trägheit versunken vorfindet."

Dem Erzbischof von Genua zufolge „liegt der Kern der Krise der Kirche Europas in der Glaubenskrise“. Darin stimmt er mit den Worten des Papstes überein, der verkündet hat, dass „alle anderen Reformen wirkungslos bleiben werden, wenn nicht der Glaube wieder auflebt und dank der Begegnung mit Jesus Christus zu einer tiefen Überzeugung und einer beständigen Kraft wird."

Für Kardinal Bagnasco „scheint es hier und da eine seltsame Zurückhaltung zu geben, den Namen Jesus auszusprechen, eine Art Müdigkeit, eine zuweilen ansteckende Skepsis“.

Ferner erklärte er: „Im Gegensatz dazu lässt sich auf Seiten der jungen Leute und der jungen Kontinente Enthusiasmus ausmachen, angefangen von Afrika, wo eine beeindruckende Lebendigkeit und eine große Leidenschaft für das Evangelium besteht.“

Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz (CEI) erläuterte die pastorale Herausforderung und stellte die quaestio fidei, die Frage des Glaubens: „Wie kann man in sich selbst und in den anderen die Sehnsucht nach Gott wiederentfachen sowie die Freude, ihn zu erleben und zu bezeugen?“

Hinsichtlich der Vorgehensweise auf der Suche nach der Wurzel der Frage „warum glaube ich?“ wies Kardinal Bagnasco auf die Erfahrung des Weltjugendtages hin, der „sich als eine neue, verjüngte Art des Christseins erweist.“

Der Kardinal forderte die gesamte Kirche dazu auf, „die Erfahrungen von Pilgerreisen zu den Heiligen Stätten der Erde sowie zu den großen Heiligtümern auf der ganzen Welt zu betonen und ihnen mehr Bedeutung beizumessen“; er wünsche sich „einen kulturellen Austausch zwischen Zuwanderern und Einheimischen sowie zwischen den internationalen Studierenden und deren Gleichaltrigen, die sich in den verschiedenen Ländern und an den Universitäten begegnen, so dass sie quasi „ein Schmelztiegel einer Menschheit“ bilden, die in der Lage ist, „selbstherrlichen oder schwachen Ideologien“ entgegenzutreten; er rief dazu auf, „die Zeugnisse und Zeugen zu stärken, die die christliche Gemeinde von Beginn an vorweisen kann, dank der Menschen, die, von göttlicher Gnade bewegt, zu Verfechtern des gelebten Glaubens geworden sind.“

„Wenn man all diese Bemühungen zusätzlich zum Bestand und zur Unterstüzung des herkömmlichen und ordentlichen Pastoraldienst einsetzt“, schloss er, „dann eröffnen sich wirklich neue Wege für das Evangelium."

[Übersetzung des italienischen Originals von Sabrina Toto]