Ökumene in Argentinien: Der Name Jesu will gemeinsam verkündet werden

IV. Treffen der Gemeinsamen Charismatischen Erneuerungsbewegung von Evangelikalen und Katholiken (CRECES)

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BUENOS AIRES/ BARI, 27. August 2007 (ZENIT.org).- Der Name Jesu will verkündet und verbreitet werden: Dazu ermutigte Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, die Teilnehmer des IV. Treffens der Gemeinsamen Charismatischen Erneuerungsbewegung von Evangelikalen und Katholiken (CRECES), das jüngst in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires stattfand.



Der argentinische Oberhirte mahnte die Kongressteilnehmer, das Evangelium nicht ins Private zu verbannen. „Der Name Jesu ist der Mittelpunkt unseres Lebens, das Rückgrad. Sein Name muss für uns stets Erinnerung, Begegnung und Verkündigung bedeuten... Möge diese Erinnerung für uns stets richtungweisend sein.“

Wenn man den Namen Jesu nicht bekannt mache, habe man etwas Wesentliches nicht verstanden, fuhr der Kardinal fort. „Umsonst haben wir empfangen, umsonst sollen wir geben.“

Am ökumenischen Treffen in Argentinien nahm unter anderem auch Matteo Calisi teil. Er ist Präsident von Catholic Fraternity International, einem Zusammenschluss von verschiedenen katholischen charismatischen Erneuerungsbewegungen, Mitglied des Europa-Komitees der Charismatischen Erneuerung (CE) und Gründer der Comunitá de Gesú („Gemeinschaft Jesu“), die in der italienischen Stadt Bari beheimatet ist.

Zusammen mit anderen Leitern, wie etwa dem evangelischen Pastor Jorge Mimitian, die ebenfalls vom Wunsch nach einer tieferen christlichen Einheit beseelt sind, engagiert sich Calisi seit 20 Jahren für diese Art von ökumenischer Begegnung.

Gegenüber ZENIT hob er hervor, dass die Verkündigung des Evangeliums ein Recht und eine Pflicht all derer sei, die durch die Taufe Anteil am Reich Gottes hätten und folglich „Söhne des einzigen himmlischen Vaters sind, auch wenn sie nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen“.

Kardinal Bergoglio habe „konkrete Gesten“ einer geistlichen Ökumene angeführt und seinen festen Willen bekundet, den ökumenischen Weg von Papst Benedikt XVI. als vordringliche Aufgabe zu verfolgen, so Calisi.

Die Hoffnungen der Teilnehmer des diesjährigen Kongresses spiegeln sich nach Calisi in einer gemeinsamen Erklärung wider, die insbesondere für Lateinamerika große Bedeutung haben soll, wo es im Miteinander der christlichen Konfessionen gerade in jüngerer Vergangenheit viele Spannungen und Missverständnisse gegeben habe. Die Erklärung ist eine gemeinsame Geste von Katholiken und Evangelikalen, die gegenseitige Versöhnung erfahren hätten und sich deshalb „für die gemeinsame Sendung der Verkündigung Jesus Christi“ einsetzten.

Gegenüber ZENIT erklärte Calisi, dass „CRECES“ aus einer Sehnsucht heraus entstanden sei, „die der Heilige Geist in die Herzen einer Gruppe von katholischen und evangelischen Brüdern hineingelegt“ habe. Ausgehend von einem ganz persönlichen Gebet um die Gnade, den Weg zur Umsetzung des berühmten Gebets Jesu um die Einheit aller Jünger – „ut unum sint“ (Joh 17,21) – für sich klarer zu erkennen, hätten sich nach einer ersten Sitzung in Buenos Aires im Jahre 2003 vier evangelische Pastoren und vier katholische Laien jeden Monat zum gemeinsamen Gebet getroffen und schließlich erkannt, wie der gemeinsame Wunsch nach Versöhnung und Eintracht im Einklang mit dem Willen Gottes in die Tat umzusetzen sei.

Von den acht Gründungsmitgliedern von CRECES gehören heute drei zum Kern der „Gemeinschaft Jesu“ in Argentinien.