Ökumenische Delegation beim Ständigen UN-Forum für indigene Fragen

Indigene Völker suchen nach ganzheitlicher Weltsicht und Spiritualität

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NEW YORK, 19. Mai 2009 (ZENIT.org).- Eine ökumenische Delegation hat an der 8. Tagung des Ständigen UN-Forums für indigene Fragen teilgenommen, die vom 18.-19. Mai in New York stattfand.

Als ÖRK-Beauftragte für Solidarität mit indigenen Völkern hat die Bolivianerin María Chávez, die gehört dem Volk der Aymara angehört, das in den Bergregionen Südamerikas zu Hause ist, die Delegation koordiniert.

„Einem indigenen Volk anzugehören, bedeutet nicht, bunte Folklore-Kleidung zu tragen, sondern sich politisch zu engagieren und für Alternativen zu dem bestehenden, krisenanfälligen Zivilisationsmodell einzutreten", erklärt die Beraterin für indigene Fragen beim Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK).

Einer der Punkte auf der Tagesordnung des Forums war die Überprüfung der Fortschritte bei der Umsetzung der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker, welche die Generalversammlung im September 2007 angenommen hat.

 Unter der Schirmherrschaft des Lutherischen Weltbundes und des ÖRK hat 12-köpfige ökumenische Delegation mit Berichten aus ihren verschiedenen Heimatkontexten zur Diskussion beigetragen. „Indigenen, die einer Kirche angehören, wird manchmal Misstrauen entgegengebracht", sagt Chávez, „Wir wollen nicht nur zeigen, dass die Kirchen die Anliegen der indigenen Völker unterstützen, sondern auch, dass es eine indigene Kirche gibt."

Chávez, die methodistische Laientheologin ist, hält es für unbedingt notwendig, dass in Debatten auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Foren wie der UNO, über regionale Realitäten und Kämpfe an der Basis berichtet wird. Sie ist überzeugt, dass „die indigenen Völker in der ökumenischen Bewegung eine Verbündete" haben, um dies zu erreichen.

„Einige unserer Brüder und Schwestern sagen: ‚Wir rufen nur danach, gehört zu werden'", sagt Chávez. „Aber um dies zu erreichen, müssen wir über die Romantisierung unseres Bildes in der öffentlichen Meinung hinausgehen und zu tatsächlichen Akteuren werden; schließlich haben wir der Menschheit einen alternativen Lebensstil anzubieten, der auf einer ganzheitlichen Weltsicht und Spiritualität beruht."