Ökumenische Patrologen-Fachtagung von „Pro Oriente“ in Rumänien

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WIEN, 27. Juni 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Christoph Schönborn wird morgen, Donnerstag, im rumänisch-orthodoxen Kloster Brancoveanu bei Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) eine internationale Patrologen-Fachtagung zum Thema „Einheit und Katholizität der Kirche“ eröffnen, an der sich über 30 renommierte orthodoxe und katholische Theologen aus 21 Ländern Europas über die Kirchenväter austauschen werden.



Die Begegnung wird von der Stiftung Pro Oriente organisiert, einer Gründung von Kardinal König, deren Ziel es ist, die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen (insgesamt 21) zu pflegen und zu fördern. An dem Kongress in Siebenbürgern werden unter anderem der russisch-orthodoxe Bischof Hilarion Alfeyev (Diözese Wien-Budapest), der rumänisch-orthodoxe Metropolit Josif Pop (Erzdiözese Westeuropa), Professorin Ysabel de Andia vom Pariser Forschungszentrum „Centre National de Recherche Scientifique“ und P. Michel van Parys OSB von der Abtei Chevetogne in Belgien teilnehmen.

Der Zyklus der „Patrologen-Tagungen“, den der Wiener Erzbischof im Jahr 2000 initiierte, will Gelehrte aus Ost- und Westeuropa im wissenschaftlichen Gespräch über die Kirchenväter zusammenzuführen. Hintergrund ist die Überzeugung, dass der Bau des Hauses Europa ohne die Berücksichtigung der christlichen Werte, die die Gestalt Europas geformt haben, nicht möglich ist.

Die Teilnehmer der ökumenischen Tagung werden sich mit den Schriften der Kirchenväter aus dem ersten Jahrtausend auseinandersetzen und damit die eigentlichen geistigen und kulturellen Wurzeln berühren, die Ost- und Westeuropa gemein haben.

Bei den ersten drei Patrologen-Tagungen ging es um die Lehre vom dreifaltigen Gott aus der Sicht der christlichen Schriftsteller des ersten Jahrtausends. Mit der bevorstehenden Tagung, die von Professorin Theresia Hainthaler von der Philosphisch-Theologischen Hochschule St. Georgen (Frankfurt) geleitet wird, soll eine neue Phase eröffnet werden, in der die Frage der Kirche im Mittelpunkt steht: Wie verhalten sich Einheit und Vielheit in der Kirche zueinander, Eigenständigkeit und Gemeinschaft der einzelnen Kirchen?