Ökumenischer Kongress der Geistlichen Bewegungen in Stuttgart: Benedikt XVI. erhofft sich Überwindung aller Barrieren

Grußworte von kirchlichen und politischen Amtsträgern

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ROM/STUTTGART, 9. Mai 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. wünscht sich, dass die ökumenische Begegnung der Geistlichen Gemeinschaften in Stuttgart dazu beitragen möge, „dass Vorurteile, Nationalstolz sowie geschichtliche Barrieren überwunden werden“. Die Großveranstaltung, zu der 10.000 Besucher erwartet werden, dauert vom 10. bis zum 12. Mai (vgl. www.miteinander-wie-sonst.de).



Der Heilige Vater unterstützt mit seinem Grußwort die Initiative „Miteinander für Europa“, ein internationales Netzwerk von rund 250 christlichen Bewegungen und Gemeinschaften aus ganz Europa. Sie entstand 1999, und verbindet evangelische, katholische, anglikanische und orthodoxe Christen ebenso wie Mitglieder von Freikirchen und neuen Gemeinden.

Das Leitungskomitees des Internationalen Ökumenischen Kongresses der Geistlichen Gemeinschaften „Miteinander für Europa“ sieht sich durch die breite Unterstützung seitens der Kirchen und seitens hochrangiger Vertreter des Staates in seiner Überzeugung bestätigt, dass Bewegungen und Gemeinschaften eine neue Frische und Dynamik in Kirche und Gesellschaft bringen.

„Wir betrachten Sie alle als Vertreter eines Europa, das die Wunden heilen möchte, die es sich im 20. Jahrhundert selbst zugefügt hat“, erklärte etwa Samuel Kobia, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, in Genf.

Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, sieht Europa vor vielerlei neuen Herausforderungen. Als vordringlichste Aufgabe erscheint es dem Primas der Anglikanischen Kirche, „eine Vision zu finden, gemeinsam auf Europa zu schauen und ihm eine geistige Stabilität zu vermitteln“.

Bundespräsident Horst Köhler erhofft sich von der Begegnung von rund 250 christlichen Bewegungen und Gemeinschaften am 12. Mai in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle einen Beitrag zum gegenseitigen Verstehen.

Im Motto der Veranstaltung „Miteinander für Europa“ sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel den Kern der europäischen Einigungsidee erfasst. „Sie geben mit ihrem Miteinander der Einheit Europas ein Gesicht“, so schreibt die Kanzlerin in ihrer Grußbotschaft.

Drei Jahre nach dem Auftakt von „Miteinander für Europa“ am gleichen Ort soll es nun am 12. Mai darum gehen, eine erste Bilanz zu ziehen. Im Mittelpunkt stehen Initiativen für Frieden und Gerechtigkeit, Arme und Benachteiligte, Arbeit und Familie. Darüber hinaus wird die Frage erörtert, wie das gemeinsame gesellschaftliche Engagement weiter ausgebaut werden kann.

Inhaltliche Impulse dazu kommen von Ulrich Parzany, dem ehemaligen Generalsekretär des CVJM-Deutschland und Leiter der Initiative „Pro Christ“, Nicky Gumbel von „Alpha International“, Andrea Riccardi, dem Gründer der Gemeinschaft „Sant’Egidio“, und Chiara Lubich, Gründerin der Fokolar-Bewegung.