Ökumenischer Rat der Kirchen: Hilfe für Arme und Schwache hat Priorität

Forderungen bei der Klimakonferenz auf Bali

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DENPASAR, 17. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die internationale Klimapolitik muss den Ärmsten und Schwächsten Priorität einräumen, erklärte die ökumenische Delegation bei der zu Ende gegangenen Klimakonferenz auf Bali (Indonesien) und warf damit ein Schlaglicht auf die dringendsten Probleme der Weltfamilie.

Stoppt den „unersättlichen Konsum“ der wenigen, und konzentriert euch auf die Probleme der vielen, forderten ökumenische Klimaschützer während der Verhandlungen auf der UN-Weltklimakonferenz, die nur stockend weitergingen und in den frühen Morgenstunden des Sonntags zu einem Kompromiss der beteiligten Nationen und Werke führten.

Vertreter von Kirchen, kirchlichen Konfessionen und christlichen Hilfswerken aus Europa, Russland, den USA, Lateinamerika und Asien, die der 25-köpfigen Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) angehören haben, brachten zusammen mit der Delegation des Vatikans die Perspektive ihres Glaubens in die Diskussionen auf Bali ein und einen Perspektivenwechsel erreichen.

Die Gesellschaften müssten darauf verzichten, „unaufhörliches Wachstum und endlose Güterproduktion zu fördern“ und einem „scheinbar unersättlichen“ Konsum entgegenwirken, heißt es in einer Erklärung, die der Ökumenische Rat der Kirchen am Freitag vor dem Plenum der hochrangigen Regierungsvertreter vorlegte.

„Die Ärmeren sind die Leidtragenden der unverantwortlichen Verschwendung von Ressourcen und Energien und des übermäßigen Konsums der Reicheren“, wird in dem Dokument betont. Deshalb seien Maßnahmen erforderlich, die darauf abzielen, „die Probleme der großen Mehrheit der heutigen Weltbevölkerung zu lösen“.

„Bis hierher und nicht weiter: Handelt schnell, und handelt jetzt!“, so schloss der Appell der ökumenischen Delegation in Bali.

Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 347 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche.