Ökumenisches Bischofstreffen in Lutherstadt Eisleben (Helfta)

Initiative der Fokolar-Bewegung

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ROM, 4. September 2009 (ZENIT.org).- In der Lutherstadt Eisleben (Helfta) werden 35 Bischöfe aus 15 verschiedenen Ländern vom 14. bis 18. September zu einer ökumenischen Tagung zusammenkommen. Eingeladen hat die Fokolar-Bewegung, und bereits zum 28. Mal treffen sich Bischöfe, die der Fokolar-Bewegung nahe stehen, zu geistlichem Austausch und zur Vertiefung theologischer, aber auch gesellschaftspolitischer Fragen. Die Orte wechseln und bieten Gelegenheit, jeweils eine Kirchengemeinschaft intensiver kennen zu lernen.

Wichtig sei nicht nur die theologische Ebene, sondern auch das Bemühen, am Leben der  Kirchen vor Ort teilzunehmen. Die letzten ökumenischen Bischofstreffen der Freunde der Fokolar-Bewegung fanden in Beirut (Libanon) und Prag (Tschechische Republik) statt.

Der Initiative des ehemaligen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Landesbischof i.R. Christian Krause, ist es zu verdanken, dass die Begegnung diesmal in der deutschen Lutherstadt Eisleben stattfindet. Bischöfe aus den verschiedenen Patriarchaten der Orthodoxie, der altorientalischen Kirchen, der anglikanischen, der evangelisch-lutherischen sowie der katholischen Kirche kommen an bedeutende Stätten der Reformation zusammen.

„Wichtig ist uns vor allem die Begegnung in einer Atmosphäre der geschwisterlichen Herzlichkeit und der Freundschaft“, so Landesbischof i.R. Christian Krause. „Bei dieser Tagung steht nicht so sehr der theologische Disput im Mittelpunkt. Wir möchten vielmehr einander wie Brüder teilhaben lassen an den Gaben und Reichtümern, aber auch den Schmerzen und leidvollen Erfahrungen unserer Kirchen und Völker.“ Krause gehört mit zum achtköpfigen Vorbereitungsteam, dem neben dem Prager Kardinal Miloslav Vlk auch der rumänisch-orthodoxe Metropolit Serafim Joanta sowie Joachim Reinelt aus Dresden angehören.

Auf dem Programm stehen morgendliche Bibelmeditationen sowie Einführungen in die Situation von Kirche und Gesellschaft in der Heimat Luthers. Dafür macht sich die Gruppe auch auf den Weg nach Lutherstadt Wittenberg. Am Mittwoch wird die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, Maria Voce, erwartet. Gut ein Jahr ist die Italienerin im Amt und spricht über die aktuelle Situation der Fokolar-Bewegung nach dem Tod der Gründerin Chiara Lubich.

Am Freitag öffnet sich der Teilnehmerkreis. Unter dem Titel „Damit die Welt glaubt – von der Zukunft der Kirche“ geben die Bischöfe einem breiteren Publikum Einblick in ihr gelebtes Miteinander, und die Fokolar-Bewegung von Deutschland stellt sich vor. Dabei geht es um Initiativen im Bereich der Ökumene, der Jugendarbeit und neue Formen geistlichen Lebens in der Gesellschaft. Gerhard Pross, Leiter des CVJM Esslingen, präsentiert die jüngsten Entwicklungen der Initiative „Miteinander für Europa“, einem Netzwerk von Bewegungen und Gemeinschaften der verschiedenen Kirchen.

Die Fokolar-Bewegung gehört zu den neuen geistlichen Aufbrüchen, die in den letzten 60 Jahren in den christlichen Kirchen entstanden sind. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1943 in Trient zurück. Mittlerweile ist sie in mehr als 180 Ländern der Welt vertreten. Ihr Ziel ist, den Geist der Einheit und Geschwisterlichkeit verstärkt in Kirche und Gesellschaft und in alle Bereiche des menschlichen Lebens hinein zu tragen. Seit 30 Jahren treffen sich auch Bischöfe der verschiedenen Kirchen, um diesen Geist zu bezeugen. Initiator der Bischofstreffen war der damalige Bischof von Aachen, Klaus Hemmerle.