Olinda, Stadt der Klöster

Weltkulturerbe der UNESCO seit 1982

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 462 klicks

Olinda ist eine der ältesten Städte Brasiliens und liegt im Nordosten des Landes, im Bundessstaat Pernambuco. Ihr Name stammt aus dem Portugiesischen und bedeutet: „O linda – Oh, wie schön“. Diesen Ausruf soll der Legende nach der erste Gouverneur gesagt haben, als er hier ankam, und sein Ausruf wurde zum Namen der Stadt. Olinda ist besonders für ihre barocke Architektur berühmt und spiegelt die europäische Kultur des 17. und 18. Jahrhunderts wider.

Im 16. Jahrhundert erhielt die Stadt für die katholische Kirche eine besondere Bedeutung, da sich hier in kürzester Zeit mehrere Orden niederließen: Karmeliter (1580), Jesuiten (1583), Franziskaner (1585) und Benediktiner (1586). Die Nachricht über die Schönheit und Anziehungskraft der neuen Siedlung verbreitete sich in Europa schnell. Die Ordensbrüder deuteten die besondere Kraft und Ausstrahlung Olindas als ein Versprechen an die Zukunft. Am 15 Juli 1614 wurde die Territorialprälatur von Pernambuco mit Verwaltungssitz in Olinda eingerichtet. 1676 wurden die Stadt zum Bischofssitz und die Prälatur zum Bistum erhoben.

Nach ihrer Gründung im Jahr 1535 erhielt die Siedlung bereits zwei Jahre später, am 12. März 1537, die Erhebung zur Stadt. Die Portugiesen fanden hier bei ihrer Ankunft ideale Bedingungen für eine Besiedlung vor: Fruchtbares Hinterland, eine geschützte Bucht, sauberes Trinkwasser und ein sanftes Klima. Es waren Zuckerrohrplantagen, die Olinda zu einem frühen Reichtum verhalfen und zur Hauptstadt des Bundesstaates Pernambucos werden ließen. Im Februar 1630 nahmen holländische Truppen die Stadt und ganz Pernambuco ein, das ein Teil von Niederländisch-Brasilien wurde. Ein Brand am 24. November 1631 zerstörte große Teile Olindas. 1654 konnten die Portugiesen Pernambuco zurückerobern und bauten Olinda bis ins 18. Jahrhundert wieder auf. Jedoch ging die Bedeutung der Stadt zu Gunsten der von den Holländern gegründeten Stadt Recife, die strategisch noch günstiger lag und zur Hauptstadt Pernambucos wurde, langsam verloren.

Olinda ist eine Stadt der Klöster; insgesamt gibt es zwanzig Kirchen, Klöster und Kapellen. Viele der Klosterbauten der Stadt wurden erst im 18. Jahrhundert vollendet. Das Benediktinerkloster Sao Bento ist eines der wichtigsten Denkmale des Spätbarocks in Brasilien und wird von den dort lebenden Mönchen geschützt und gepflegt, während das Franziskanerkloster Konvendo de Sao Francisco zu den ältesten Sakralbauten der Stadt gehört und 1585 gegründet wurde.  Die religiösen Bauwerke aus der Epoche des Spätbarocks prägen noch heute das Stadtbild Olindas.

Jedoch liegt die Faszination des Ortes nicht nur in seiner Architektur. Die Stadt liegt auf acht miteinander verbundenen Hügeln, die nicht durchgehend besiedelt wurden, sodass der Natur viel Raum gelassen wurde. Die Gebäude verschwinden sozusagen unter einem dichten Blätterdach.

Olinda ist eine der schönsten Städte Brasiliens und eines der kulturellen Zentren. Berühmt ist die Stadt neben ihrer barocken Sakralarchitektur auch für seinen Straßenkarneval, der jedes Jahr für eine knappe Woche über eine Million Touristen anlockt.