Online-Appell: Hilfe für Iraks bedrohte Christen

Deutsche Bundesregierung soll Flüchtlinge aufnehmen

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ROM, 17. November 2008 (ZENIT.org).- Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat die Bundesregierung aufgefordert, von Islamisten verfolgte Flüchtlinge aufzunehmen.

Nach Angaben der Gesellschaft flohen im Oktober mindestens 2.351 christliche Familien in Panik aus der mehrheitlich arabisch bewohnten Stadt Mossul, nachdem mindestens zwölf Christen ermordet worden waren. Sie bittet deshalb die Öffentlichkeit sich ihrem Online-Appell – Hilfe für Iraks bedrohte Christen anzuschließen.

Die etwa 400.000 noch im Irak verbliebenen Christen, aber auch Angehörige anderer nicht-islamischer Minderheiten, wie der Yeziden, Mandäer und Shabak, bangen im arabisch dominierten Teil des Irak um ihr Leben. Terroristen verüben gezielte Sprengstoffanschläge auf ihre Kirchen. Ihre Priester werden entführt und gefoltert. Auch wenn ihre Angehörigen das verlangte Lösegeld aufbringen konnten, werden die Entführten häufig ermordet, erklärt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

Unter den Toten der letzten Wochen befand sich der gehbehinderte Ziyad Kamel (25), so die GfbV. Er saß völlig wehrlos in seinem Rollstuhl, als er am 6. Oktober in seinem Geschäft im Stadtviertel al-Krama erschossen wurde. Aber auch Apotheker, Ärzte und ein 14jähriger Junge mußten ihre Religionszugehörigkeit mit dem Leben bezahlen. Mehrere der von den Christen verlassenen Häuser wurden nach ihrer Flucht „als Zeichen der Warnung“ völlig zerstört.

Seit Jahren fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker, dass Deutschland ein großes Kontingent der im Irak aus religiösen Gründen verfolgten Minderheiten aufnehmen solle. Doch wenn von einer Kontingentlösung für Flüchtlinge aus dem Irak die Rede sei, dürfen auch Angehörige der kleineren nicht-muslimischen Minderheiten, wie der Mandäer, Yeziden und Shabak, nicht vergessen werden!, so die Gesellschaft für bedrohte Völker.