Operation Transparenz in Slowenien

Rücktrittsgesuch zweier Bischöfe wegen "schwerwiegender Gründe" angenommen

Rom, (ZENIT.org) Anita Bourdin | 1260 klicks

Am 31. Juli ernannte Papst Franziskus den Bischof von Novo Mesto, Msgr. Andrej Glavan, zum apostolischen Verwalter der Erzdiözese Ljubljana und den Bischof von Celje, Msgr. Stanislav Lipovsek, zum apostolischen Verwalter der Erzdiözese Maribor.

Zuvor hatte der Heilige Vater das Rücktrittsgesuch der beiden Erzbischöfe von Ljubljana und Maribor, Msgr. Anton Stres (70) und Msgr. Marjan Turnsek (58), angenommen, denen dieser Schritt wegen „schwerwiegender Gründe“ im Sinne des Kirchenrechts (Can. 401 § 2) nahegelegt worden war.

Der Heilige Stuhl nannte keine Gründe für diese Sanktion , doch ist bekannt, dass die beiden kirchlichen Würdenträger in den Skandal um den Bankrott der Diözese Maribor verwickelt sind: Papst Benedikt XVI. hatte 2012 darüber eine Untersuchung durchführen lassen.

Der Erzbischof von Ljubljana war zwischen 2000 und 2006 Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Erzdiözese Maribor; damals war er noch Weihbischof jener Diözese, die Sitz einer berühmten, sowohl von Johannes Paul II. als auch von Benedikt XVI. besuchten Marienwallfahrtstätte ist.

Der Bankrott soll ein Finanzloch von etwa 800 Millionen Euro hinterlassen haben, das einige Banken und Unternehmen des Landes ruiniert hat.

Nach dem „Rücktritt“ von Msgr. Simon-Victor Tonyé Bakot im Kamerun Ende Juni, ebenfalls wegen eines wirtschaftlichen Skandals, bestätigen diese beiden neuen Entlassungen die Nulltoleranz-Politik, mit der Papst Franziskus gegen Bischöfe vorgeht, die ihres Auftrags unwürdig geworden sind. Damit setzt er die Arbeit seines Amtsvorgängers Benedikt XVI. fort: Zwischen April 2005 und Oktober 2012 hatte dieser nicht weniger als 78 Rücktrittsgesuche von Bischöfen angenommen. Das ist fast einer pro Monat.

Während der Pressekonferenz auf seinem Rückflug von Rio nach Rom (28.-29. Juli) hatte Papst Franziskus betont, er lege großen Wert auf „Transparenz und Ehrlichkeit“ bei den Finanzen der Kirche.