Organtransplantation nur bei "moralischer Gewissheit" über klinischen Tod zulässig, sagt der Papst

Papstbotschaft an die Mitglieder der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften

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ROM, 4. Februar 2005 (ZENIT.org).- Nur bei einer "moralischen Gewissheit" über den klinischen Tod des Verstorbenen sei es zulässig, Organe zu Zwecken einer Transplantation zu entnehmen, erklärt Johannes Paul II. in einer diesen Donnerstag veröffentlichten Botschaft anlässlich einer Tagung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, die diese Tage zum Thema "Anzeichen für den Tod" in Rom stattfindet.



Wie kann der Tod eines Menschen mit Sicherheit festgestellt werden? Um diese delikate Frage klären zu können, bedient sich der Heilige Vater zunächst der christlichen Anthropologie: Ihr gemäß "ist es allgemein bekannt, dass der Augenblick des Todes für jeden Menschen im endgültigen Verlust der konstituierenden Einheit zwischen Körper und Geist besteht", schreibt er. "Jeder Mensch ist gerade insofern lebendig, als sie oder er 'corpore et anima unus' (Gaudium et Spes, 14) ist. Und er oder sie bleibt solange am Leben, solange diese substantielle Einheit in ihrer Vollkommenheit fortbesteht."

Somit sei "der Tod eines Menschen, wenn er in diesem grundlegenden Sinn verstanden wird, ein Ereignis, das von keiner wissenschaftlichen Technik und keiner empirischen Methode genau bestimmt werden kann", fährt der Papst fort. "Der einzig richtige Weg, auf dem dieses Problem der Feststellung des menschlichen Todes gelöst werden kann, ist auch der einzig mögliche", erklärt er. Der bestehe im aufmerksamen Forschen nach "entsprechenden 'Anzeichen für den Tod', die sich durch physische Auswirkungen im Individuum bemerkbar machen".

Mit einem Zitat von Papst Pius XII. aus dem Jahre 1957 beantwortet der Papst schließlich die Frage mit der Bekräftigung, "dass es am Arzt liegt, eine klare und genaue Definition von 'Tod' und 'Todesmoment' im Leben eines Patienten zu geben".

Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften besteht aus 80 Mitgliedern, die der Papst auf Lebzeiten ernennt, nachdem sie von den Fachleuten selbst vorgeschlagen werden.