Orientierungshilfe zum Religionsunterricht an deutschen Schulen im Ausland

Religionsunterricht, der die Wirklichkeit des christlichen Glaubens erschließen will, kann von konfessionellen Profilen nicht absehen

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BONN, 23. Juni 2008 (ZENIT.org).- Die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland haben eine gemeinsam Orientierungshilfe für den Religionsunterricht an den weltweit 117 deutschen Auslandsschulen erarbeitet.



Die Broschüre, die auf den Stellenwert des Religionsunterrichts aufmerksam macht, richtet sich nach einer Presseerklärung der Deutschen Bischofskonferenz an Schulleitungen und Kollegien, an Eltern und Verantwortliche in den katholischen und evangelischen deutschsprachigen Auslandsgemeinden sowie an Interessierte in Botschaften, Ämtern und Kulturorganisationen.

Auf 30 Seiten wird über Aufgaben und Ziele des konfessionellen Religionsunterrichts an den Auslandsschulen, die besonderen Profile des evangelischen und katholischen Religionsunterrichts und das Verhältnis dieser Fächer zum Ethikunterricht informiert.

In den Auslandsschulen habe der Religionsunterricht vor allem drei Aufgaben, schreibt Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim und Beauftragter für die Auslandsseelsorge, in seinem Geleitwort:

„Er nimmt erstens die religiösen und moralischen Fragen der Kinder und Jugendlichen auf und macht die Schülerinnen und Schüler mit den Antworten aus dem katholischen oder evangelischen Glauben bekannt. Mit der Vermittlung des christlichen Glaubens erschließt er zweitens die religiöse Tiefendimension der europäischen und deutschen Kultur. In der Begegnung mit anderen Kulturen wird vielen Deutschen im Ausland erst bewusst, wie tief unsere vermeintlich säkularisierte europäische Kultur vom christlichen Glauben geprägt ist. Drittens trägt der Religionsunterricht wesentlich zur Entwicklung interkultureller und interreligiöser Dialogfähigkeit bei. Die Kirche ist heute mehr noch als in früheren Jahrhunderten eine Weltkirche. Der Glaube verbindet Menschen unterschiedlicher Länder und Kulturen und ist eine wichtige Grundlage für die interkulturelle Verständigung.“

Martin Schindehütte, Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, erklärt seinerseits: „Auch dort, wo das Fach nicht in dieser Weise etabliert ist, wird zunehmend die Bedeutung des Religionsunterrichts als konfessionell profilierter und differenzierter Unterricht wiederentdeckt.“

Die Broschüre enthält auch die organisatorischen Regelungen zum Religions- und Ethikunterricht, die der Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland (BLASchA) für die deutschen Auslandsschulen verbindlich beschlossen hat. Demnach soll in allen Schularten und Jahrgangsstufen evangelischer und katholischer Religionsunterricht angeboten werden. Um den Belangen kleinerer Schulen gerecht zu werden, wird eine Mindestgruppengröße von acht Schülern festgelegt. Kommt diese Zahl nicht zustande, wird evangelischer oder katholischer Religionsunterricht eingerichtet, an dem Schüler beider Konfessionen, aber auch konfessionslose Schüler teilnehmen können. Diese organisatorischen Regelungen schaffen Rechtsklarheit und stärken damit den Religionsunterricht an den einzelnen Schulen.

Einzelexemplare der Broschüre „Religionsunterricht an deutschen Schulen im Ausland. Eine Orientierungshilfe“ können beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Tel.: 0228/103-205, Fax: 0228/103-330, E-Mail: broschueren@dbk.de) oder beim Kirchenamt der EKD (Fax: 0511/2796-457, E-Mail: versand@ekd.de) bezogen werden.