Ortskirche in Burma hilft HIV-Infizierten

Einsatz gegen Ausgrenzung verlängert das Leben

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Michaela Koller

PYAY, 29. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Die zierliche Frau vor dem strohbedeckten Haus mit dem Baby auf Arm dankt dem Sozialdienst des katholischen Bistums von Pyay in Burma lächelnd für die Hilfe. Die 29-jährige Burmesin, die ihren Namen nicht in den Medien genannt haben will, ist HIV-positiv, angesteckt von ihrem ersten Mann. Das Virus und die Krankheit AIDS führen in dem südostasiatischen Land immer noch zu Ausgrenzung, die weitere schwere Probleme nach sich zieht.

„Wir möchten der Kirche wirklich für die Hilfe mit dem Haus danken. Nun können wir mit unseren Kindern sicher leben", sagt sie gegenüber Ucanews. Das Bambushaus am Stadtrand von Pyay, in dem sie zuvor mit ihrer Familie wohnte, war in einem instabilen Zustand. Es sah aus, als könne es jeden Moment über den Köpfen seiner Bewohner zusammenkrachen. Für ein neues Haus, auch wenn es nur aus Holz und Stroh gebaut ist, reichten die spärlichen Ersparnisse nicht. Der diözesane Karuna Pyay Social Service kam zur Hilfe und errichtete eine neue Bleibe.

Die Familie aus der Stadt am Irrawaddy-Strom lebt von der Hand in den Mund. Der Familienvater hat kein geregeltes Einkommen, hält sich und seine Frau mit den zwei kleinen Kindern Tag für Tag mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Abgesehen von seiner Familie, unterstützt der Karuna Sozialdienst seit dem Jahr 2005 rund 200 HIV-Patienten mit Beratung, Gesundheitserziehung, Medikamenten, aber auch Nahrungsmitteln. Im vorigen Jahr kam das Wohnprogramm für die vom Virus Betroffenen hinzu. Insgesamt 15 Häuser wurden neu gebaut, bei weiteren fünf Objekten reichte eine Instandsetzung aus.

Die Unterstützung wird ungeachtet der Religionszugehörigkeit gewährt. Die Kirche versucht zudem, Vorurteile gegenüber den Patienten abzubauen. Die Betroffenen fürchten Diskriminierung, sobald bekannt wird, dass sie sich infiziert haben. Deshalb ziehen sie sich zurück und weichen einer angemessenen Behandlung aus. „Das ist der Hauptgrund für die hohe Todesrate unter den an AIDS-Leidenden", sagt Edward Nyein, der das HIV/AIDS-Programm bei Karuna leitet. Mit ihrem Einsatz gegen Ausgrenzung verlängern er und die ihn Unterstütztenden letztlich das Leben der Infizierten. Der Sozialdienst hat inzwischen vier HIV-positive Frauen zu Beraterinnen ausgebildet, die anderen Infizierten in ihrer Situation helfen. Die mutigen Frauen geben darüber hinaus auch noch Präventions-Unterricht.

UN-Angaben zufolge leben derzeit 240.000 HIV-positive Menschen in Burma, das von der Militärjunta in Myanmar umbenannt wurde. In dem Land, wo im September vor zwei Jahren Demonstrationen, angeführt von buddhistischen Mönchen und Nonnen, blutig niedergeschlagen wurden, leben nur 5,6 Prozent Christen, darunter rund ein Prozent Katholiken. Offiziellen Angaben zufolge gehören 87,2 Prozent der buddhistischen Religion an. In Burma ist daher die Überzeugung verbreitet, dass eine Infizierung mit dem HI-Virus im jeweiligen Karma begründet ist.