Oscarpreisträger Roberto Benigni über Jesus, den "Erfinder der selbstlosen Liebe"

Auftritt im Theater Verdi in Terni, der Heimatstadt des heiligen Valentin

| 326 klicks

TERNI, 16. Februar 2006 (Zenit.org).- In der Nacht zum Valentinstag erklärte Roberto Benigni, der preisgekrönte Regisseur und Hauptdarsteller von "Das Leben ist schön", zahlreichen Jugendlichen, warum Jesus der "Erfinder der selbstlosen Liebe" ist.



In der italienischen Stadt Terni, der Wirkstätte des heiligen Bischofs und Patrons aller Verlobten und Verliebten namens Valentin, nahm der Oscarpreisträger an einer von Diözesanbischof Vincenzo Paglia organisierten Veranstaltung im Theater Verdi teil, über die die italienische Tageszeitung "Avvenire" in ihrem Chronikteil berichtet hat.

Als derjenige, der nicht sündigen konnte, habe Jesus "die Sünden aller Menschen getragen", und als der einzige Mensch, der nicht sterben konnte, sei er "aus Liebe zu allen" gestorben, sagte Benigni vor vorwiegend jugendlichen Publikum.

"Er hat die selbstlose Liebe erfunden. Ihr werdet mir jetzt sagen, dass die Liebe immer schon existierte. Das stimmt! Auch die Radiowellen und die Elektrizität gibt es schon immer, aber wenn da nicht jemand gewesen wäre, der sie entdeckt hätte, dann hätten wir nichts davon gewusst. Er hat wirklich erklärt, was die Liebe ist", bekräftige der beliebte italienische Schauspieler und Komiker. Die Liebe sei für die anderen Menschen da, fuhr Benigni fort, "denn unser Glück hängt von ihrem Glück ab – und das ist genau das, was uns Jesus gelehrt hat".

Den Jugendlichen gab der am 27. Oktober 1952 in der Toskana geborene Schauspieler den Rat, Jesus nachzuahmen: "Geht in seinem Schrittmaß, und richtet euren Blick in die Richtung, in die er schaut."

Das Thema der ersten Enzyklika Benedikts XVI., über das er sprach, hielt Benigni keineswegs davon ab, sich – sehr zur Freude seiner Zuhörer – immer wieder auch von seiner humoristischen Seite zu zeigen. So erinnerte er beispielsweise an die Schwiegermütter-Witze und bemerkte diesbezüglich, dass Jesus "sogar die Liebe zu den Schwiegermüttern lehrt". Und nachdem er jene Stelle aus dem Markusevangelium vorgelesen hatte, in der Jesus die Schwiegermutter des Petrus vom Fieber heilt, kommentierte er: "Dadurch war sie in der Lage, ihnen das Essen zu bereiten."

Im Theater Verdi rezitierte Roberto Benigni mehrere Stellen aus dem Hohelied der Liebe, ehe er am Ende seiner unterhaltenden und zugleich lehrreichen Darbietung auf die Jungfrau Maria zu sprechen kam. Mit Worten von Dante Alighieri betete er: "O Jungfrau Mutter, Tochter deines Sohns, demütiger und erhabener als jedes andere Geschöpf, festes Ziel des ewigen Ratschlags" (vgl. Göttliche Komödie, Paradies, 33. Gesang, 1-3).