"Ostern ist Bekenntnis zur Fülle des Lebens, das auch den Tod integriert"

Osterbotschaft von Kardinal Marx

Bonn, (DBK PM) | 643 klicks

In seiner diesjährigen Osterbotschaft plädiert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, für einen Ausbau der Hospiz- und Palliativbegleitung. Gleichzeitig kritisiert er die Rede vom „selbstbestimmten Leben und Tod“ als Ausdruck „eines merkwürdigen, letztlich lebensfremden Individualismus“. In seiner Predigt während der Osternacht verwies Kardinal Marx im Münchner Liebfrauendom auf die Erfahrungen in Hospizen und Palliativstationen, die zeigten: „Wo Menschen geliebt und angenommen sind, wo ihnen geholfen wird, den letzten Weg zu gehen, menschenwürdig zu sterben, da verliert sich der Wunsch nach dem Suizid.“ 

Kardinal Marx begrüßte die anstehende Debatte über menschenwürdiges Sterben im Deutschen Bundestag, betonte aber zugleich, die zentrale Frage dürfe nicht sein, „wie wir Wege zum Suizid ermöglichen“. Im Mittelpunkt müsse vielmehr stehen, „was wir tun, damit Menschen ohne Schmerzen und nicht allein sterben“. Gerade die Kirche müsse sich dafür in ihren Einrichtungen, Pfarreien und Gruppen noch stärker einsetzen. 

An Ostern feierten Christen nicht nur Jesu Auferstehung, stellte Kardinal Marx klar, sondern auch sein Sterben. Ostern stelle ein „Bekenntnis für die Fülle des Lebens“ dar, „eines Lebens, das auch Wunden und Tod integriert und in sich aufnimmt“, so Marx. So dürfe der Osterjubel „die Klage der Leidenden nicht zum Schweigen bringen“. Der Osterglaube führe zudem in ein „Netzwerk von Beziehungen untereinander und mit dem auferstandenen Christus“, erklärte Marx. In dieser Gemeinschaft gehe es auch darum, „Leiden und Tod, Angst und Trauer gemeinsam zu tragen“. Ostern zeige, „wie durch alles Leiden und Sterben hindurch neues, unzerstörbares Leben möglich wird“, und formuliere als Botschaft an die ganze Gesellschaft: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist! Im Leben nicht und im Sterben nicht!“