Österreichische Bischöfe: Christus, die „Hoffnung Europas“

Aufruf zum Gebet für die Arbeit der Christen auf dem „Bauplatz Europa“

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WIEN, 21. März 2007 (ZENIT.org).- Die österreichischen Bischöfe haben die Gläubigen darum gebeten, am kommenden Sonntag besonders für den Einsatz der Christen auf dem „Bauplatz Europa“ zu beten.



Am 25. März jährt sich zum 50. Mal jener Tag, an dem die Regierungschefs von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom zusammenkamen, um den Vertrag über die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ zu unterzeichnen. Dieser Schritt brachte den europäischen Integrationsprozess in Gang und trug somit zur Entstehung der Europäischen Union bei, die heute 27 Mitgliedsstaaten zählt.

„Geprägt von der Erfahrung der beiden vorangegangenen Weltkriege waren sie begeistert von der Vision eines Europa, in dem die Menschen in Frieden und Wohlstand leben und die alten Gegensätze und Trennungen zwischen den Völkern und Staaten überwinden“, heißt es dazu in einer Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz, die am Freitag veröffentlicht wurde.

„Die Ereignisse des Jahres 1989 – der Fall des ‚Eisernen Vorhangs‘, die ‚Samtene Revolution‘ und die Tatsache, dass Europa ‚wieder mit beiden Lungenflügeln atmet‘ – haben diese Vision der ‚Gründerväter‘ bestätigt. Ihre Inspiration und ihre Zuversicht schöpften sie aus der zweitausendjährigen Tradition des Christentums, das Europas Geschichte wesentlich bestimmt hat.“

Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, Vorsitzender des österreichischen Episkopats, und seine Brüder im bischöflichen Amt erinnern in der Erklärung daran, dass sie die österreichischen Katholiken immer wieder dazu ermutigt hätten, „mit ihren Talenten und Fähigkeiten auf dem ‚Bauplatz Europa‘ mitzuarbeiten“. Diesen Worten lassen sie folgenden Aufruf folgen:

„Eingedenk des Wortes ‚Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut‘ (Psalm 127), bitten wir die Gläubigen, am Sonntag, den 25. März, diese Arbeit – im Vertrauen auf Jesus Christus, den wir als die ‚Hoffnung Europas‘ bezeugen – mit ihrem Gebet zu begleiten:

Wir bitten um die Weisheit, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Europa die notwendigen und richtigen Entscheidungen zum Wohl aller Menschen zu treffen.

Wir bitten um den Mut zur Gerechtigkeit, wenn es gilt, den Wohlstand und die Errungenschaften des Europäischen Integrationsprozesses unter allen Menschen gerecht zu verteilen.

Wir bitten um Entschlossenheit, um alten Vorurteilen entschieden entgegenzutreten und die Gräben der alten Feindschaften zwischen Völkern und Staaten zu überwinden.

Wir bitten um die Kraft zur Mäßigung, damit es uns gelingen kann, von anderen nicht mehr zu verlangen, als wir selbst zu geben bereit sind.“

Die Mitglieder der deutschen Bischofskonferenz haben in ihrer Erklärung „Europa: In Verantwortung vor Gott und den Menschen“ die Kirchen und jeden einzelnen Christen dazu eingeladen, ihrem „bleibenden politisch-diakonischen Auftrag“ nachzukommen. Konkret gehe es darum, politische Maßnahmen aus der Überzeugung heraus, dass das christliche Erbe Europas in der Gegenwart des Kontinents lebendig und für die Gestaltung seiner Zukunft „von bleibender Bedeutung ist“, kritisch zu hinterfragen und sich entsprechend zu engagieren – unter anderem angesichts einer „EU-Forschungsförderung, die den Schutz des Lebens nicht hinreichend ernst nimmt“.