Österreichische Bischöfe: Ja zur Ehe, ja zu Kindern, ja zur Weiterbildung

Zukunftsweisendes Projekt „Christliche Familie“

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WIEN/ WÜRZBURG, 15. Februar 2008 (ZENIT.org).- Das Thema Ehe und Familie stand bei der letzten Vollversammlung der deutschen Bischofskonferenz ganz oben auf der Tagesordnung, und in Österreich ist es nicht anders. Kürzlich hat Familienbischof Klaus Küng zusammen mit dem Land Niederösterreich ein Projekt zur Förderung von Familien vorgestellt. Die Initiative, die von der Österreichischen Bischofskonferenz beschlossen wurde, soll bundesweit umgesetzt werden.

„Selbst da, wo steigende Ehescheidungen zu konstatieren sind, sind der Wille und der Wunsch nach einer gelingenden und geglückten Beziehung überall festzustellen“, erklärte Bischof Hofmann, Gastgeber der gestern in Würzburg zu Ende gegangenen Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, im Anschluss an das viertägige Arbeitstreffen. Er und seine Mitbrüder hätten während des Studientages zum Thema Ehe und Familie feststellen können, dass die kirchliche Sicht der Ehe als Gesellschaft stabilisierendes Grundelement voll geteilt werde. Und er bekräftigte: „Wir können sehr wohl in die konkrete Situation Hilfen geben.“

Das neue Projekt „Christliche Familie“ der Österreichischen Bischofskonferenz, das vor kurzem in Sankt Pölten, der Diözese von Familienbischof DDr. Klaus Küng vorgestellt wurde, will angesichts alarmierender Scheidungsraten und des Geburtenrückgangs Initiativen fördern und entwickeln, die diesem Trend entgegenwirken.

Ja zur Ehe, ja zu Kindern und ja zur Weiterbildung: So lässt sich das dreifache Ziel des Projekts zusammenfassen. Wie Bischof Küng bekräftigte, bedeute dies zunächst, „jungen Menschen die Ehe als Wert und als Weg der Zukunft“ vor Augen zu führen. Es gehe darum, Mut zur Bindung zu machen, die Bedeutung der Ehe aufzuzeigen und die Voraussetzungen für eine definitive Entscheidung und ein gutes Gelingen zu verdeutlichen.

Zur Offenheit für Kinder zu ermutigen sei notwendig, da Kinder unsere Zukunft seien. „Kinder brauchen Geschwister; sie brauchen Zuwendung der Eltern, besonders in den ersten Jahren, aber auch im jugendlichen Alter“, so Bischof Küng.

Schließlich habe das Projekt „Christliche Familie“ auch die Weiterbildung im Auge, denn in den heutigen Verhältnissen „ist ein neues Know-How für das Gelingen von Ehe, Familien, Erziehung notwendig“.

Projektleiter DI Robert Schmalzbauer hob hervor, dass die Unterstützung und Begleitung junger Paare ein ganz besonderes Anliegen der neuen Initiative sei. Ihnen wolle man „Hilfestellung und Coaching anbieten und somit die Möglichkeit eröffnen, gegen alle Trends eine Familie auch dauerhaft zu erhalten.“

Er verwies auf den bekannten Satz der seligen Mutter Teresa: „A family that prays together stays together!“, und fügte hinzu: „Ergänzend kann man heute feststellen: ‚Eine Familie, die auf einem christlichen Fundament gegründet ist und die entsprechenden Rahmenbedingungen hat, ist offen für das Leben.‘“ In diesem Sinn sei das Projekt „Christliche Familie“ in seinem Ansatz präventiv: „Vorbeugen ist besser als Heilen.“

Der „Weg“ des Projekts lässt sich nach Worten von Schmalzbauer in vier Punkten veranschaulichen: Stärkung der Familien durch Begegnung, Weiterbildung und geistliche Vertiefung; Vernetzung von bewährten Initiativen, die bereits bestehen, und Weiterentwicklung derselben; Verstärkung von Multiplikatoren und Solidarität mit Not leidenden Familien.

Zur Erreichung dieser Ziele werden Vertreter erfolgreicher Initiativen im Bereich der Familienpastoral eingeladen, zusammenzukommen und sich auszutauschen. Exemplarisch erwähnte Schmalzbauer die Salzburger Familienakademie, die Akademie für Familienpädagogik der Schönstattbewegung, das Seminar- und Exerzitienangebot für Braut- und Eheleute in Michaelbeuern, das Jungfamilientreffen Pöllau, die Familiennachmittage bei der Gemeinschaft Immaculata oder bei den Kalasantinern, Ehemännerwochenende in der Abtei Seckau, die Fallmethode der Gesellschaft für Familienorientierung, Erziehungsseminare des Referats für Ehe und Familie der Erzdiözese Salzburg, die Initiative „Neue Familien“ der Fokolar-Bewegung, das „Familia-Programm“ der Legionäre Christi und die Wochenendveranstaltungen von „Marriage Encounter“. Dieser „Sammlung der bestehenden Kräfte“ solle schrittweise die Bildung regionaler Gruppen folgen.

„Unterstützt durch den Aufbau einer Homepage, durch Rundbriefe und Begegnungsmöglichkeiten wird ein Netzwerk von christlichen Familien gebildet, das das Verstärken der guten Angebote durch breite Bekanntmachung und Zusammenführung mit anderen guten Ideen ermöglicht.“

Wie Schmalzbauer erläuterte, haben Menschen, „die bereits ihr Familie-Sein in Liebe und Verantwortung leben, nicht nur die Kraft, den eigenen Weg gut zu beschreiten, sondern sind auch in der Lage, anderen unaufdringlich zu vermitteln, wie Ehe und Familie gelingen kann“.

Von Dominik Hartig

[Nähere Informationen direkt beim Projektleiter: r.schmalzbauer@aon.at. Ein Interview mit ihm über das Thema Liebe finden Sie hier]