Österreichische Bischofskonferenz führt "Gütesiegel" für katholische Krankenhäuser ein

"Im Dienst am Menschen"

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WIEN, 27. März 2006 (ZENIT.org).- Die am Freitag in Wien vorgestellten neuen "Leitlinien für katholische Einrichtungen im Gesundheitswesen" (pdf-Format) der österreichischen Bischofskonferenz wollen eine Art "Gütesiegel" sein und Patienten die Gewissheit schenken, gut aufgehoben zu sein und ihrer Würde entsprechend behandelt zu werden.



Diözesanbischof Klaus Küng von Sankt Pölten, der innerhalb der österreichischen Bischofskonferenz für bioethische Fragen zuständig ist, erklärte während einer Pressekonferenz in der österreichischen Bundeshauptstadt, dass das umfassende Dokument, das in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten erarbeitet worden war, eine Orientierungshilfe für Ärzte, Pflegepersonal und Verwalter katholischer Gesundheitseinrichtungen sei und ethische Standards zusammenfasse.

Das Recht jedes Menschen auf Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod wird im Dokument nachdrücklich unterstrichen, jede Form eines "abgestuften Lebensschutzes" zurückgewiesen. In diesem Zusammenhang sprechen sich die österreichischen Bischöfe auch klar gegen die künstliche Befruchtung sowie gegen die "Präimplantationsdiagnostik" aus, da diese zur "Selektion" menschlichen Lebens nach den Kriterien von "lebenswert" und "nicht lebenswert" führe und den Wunsch nach so genannten "Designer Babys" verstärke. Die pränatale Diagnostik dürfe nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie zu rein therapeutischen Maßnahmen führe und nicht zu einer Abtreibung.

Hinsichtlich jener Patienten, die unmittelbar vor ihrem Lebensende stehen, heißt es in den Leitlinien: "Gerade am Lebensende bedarf der Mensch im Besonderen der liebevollen Zuwendung von Angehörigen und Freunden sowie der medizinischen und pflegerischen Betreuung und auch des geistlichen Beistands. Gott allein ist der Herr über Leben und Tod; unser Leben liegt in seiner gütigen Hand. So geht es darum, allen Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen, wobei die menschliche Person gerade in dieser letzten Phase des irdischen Lebens Aufmerksamkeit, Achtung und liebevolle Begleitung erfahren soll. In Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, hat der Tod für die in Christus Sterbenden seinen Strafcharakter als Folge der Sünde verloren und wird zur Verheißung der Teilhabe am Geheimnis des Lebens bei Gott."

In diesem Sinn wird Euthanasie gemäß der Lehre der Kirche als "schweres Vergehen gegen den Plan Gottes" verurteilt und diesbezüglich auf die Notwendigkeit eines "menschlichen und geistlichen Beistands" für kranke Menschen hingewiesen. "Diesen zu gewähren und zu ermöglichen, ist ein wichtiges Anliegen aller Mitarbeiter in katholischen Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge. Die pastorale Sorge für die Kranken und Sterbenden wird für katholische Christen von den Bischöfen, Priestern, Diakonen und auch von Ordensleuten und Laien als ihren Mitarbeitern wahrgenommen. Das vertrauensvolle Gespräch kann helfen, den Sinn des Leidens in Einheit mit dem Erlöser Jesus Christus zu entdecken und – soweit unabwendbar – auch den kommenden Tod anzunehmen. Die frohe Botschaft Christi verkündet den Sieg über Sünde, Tod und Teufel. In der Einheit mit ihm wird dem Gläubigen das ewige Leben bei Gott verheißen."