Osteuropa-Hilfswerk "Renovabis" begrüßt Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Bosnien-Herzegowina

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FREISING, 5. Mai 2006 (ZENIT.org).- Durch die Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Bosnien-Herzegowina (vgl. ZENIT vom 28. April), seien nun die Beziehungen dieses Staates zur katholischen Kirche endlich auf eine sichere Grundlage gestellt, erklärt Gerhard Albert, Geschäftsführer des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, in Freising.



"Eine solche Regelung war überfällig", bekräftigt der Hauptverantwortliche der Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Als besonders wichtig sieht er die Tatsache an, dass die kirchliche Trägerschaft von Schulen und wohltätigen Einrichtungen durch das Abkommen garantiert werde. "Dadurch erhält Renovabis gute Voraussetzungen für die weitere Zusammenarbeit mit unseren kirchlichen Partnern im Land und für deren gezielte Unterstützung beim Ausbau ihrer Projekte", machte der Renovabis-Geschäftsführer deutlich.

Der Grundlagenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Bosnien-Herzegowina regelt die rechtliche Stellung der katholischen Kirche sowie jener Bereiche, in denen sie eigenverantwortlich in der Zivilgesellschaft tätig werden kann. Seit dem Übergang vom kommunistischen Regime im früheren Jugoslawien stand ein solcher Vertrag aus, konnte aber wegen des Balkan-Kriegs (1992-95) und seiner Folgen erst jetzt abgeschlossen werden.

Das katholische Hilfswerk "Renovabis", das im März 1993 von der deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gegründet wurde und seinen Sitz in Freising bei München hat, förderte im Jahr 2005 allein 25 Projekte in Bosnien und Herzegowina, darunter die Jugendbildungsarbeit in der Diözese Banja Luka mit 150.000 Euro und die multiethnische Europaschule in Sarajevo mit 325.000 Euro. Insgesamt stellte Renovabis für Maßnahmen in Bosnien-Herzegowina im vergangenen Jahr eine Summe von mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Im genannten Balkanland machen Christen rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung aus. Die größte Gruppe bilden die orthodoxen Gläubigen (31 Prozent) vor den Katholiken (15 Prozent).

In den vergangenen 13 Jahren half "Renovabis" in 27 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas bei der Verwirklichung von rund 13.000 Projekten mit einem Gesamtvolumen von fast 370 Millionen Euro.