P. David Neuhaus SJ kondoliert zum Tod der drei ermordeten Schüler

Vikar für die jüdischsprachigen Gläubigen des lateinischen Patriarchats Jerusalem fordert Ende der Gewalt

Rom, (Fides) | 229 klicks

„Wir empfinden tiefe Trauer nach dem gestrigen Ereignis. Eine Trauer, die besonders schmerzt, weil wir in den vergangenen Tagen auf einen positiven Ausgang für die drei Schüler gehofft hatten. Wir fühlen uns mit den Angehörigen und den Freunden der Jugendlichen verbunden und beten zum Herrn, damit er ihnen beistehen und die Kraft zum Weiterleben geben möge und sie in ihrem großen Schmerz tröste“, so P. David Neuhaus SJ, Vikar für die jüdischsprachigen Gläubigen des lateinischen Patriarchats Jerusalem nach dem Mord an Eyal Yifrah, Gil-Ad Shayer und Naftali Frenkel. Die drei jüdischen Schüler waren in der Nähe von Hebron verschleppt worden. Ihre Leichen wurden gestern in der Nähe des Dorfs Halhul gefunden. Sie besuchten eine Schule in der jüdischen Kolonie. 

Viele israelische Politiker machen die Hamas für den dreifachen Mord verantwortlich und drohten mit Racheakten. Während der Suche nach den drei Entführten wurden 5 Palästinenser getötet und 400 festgenommen.

„Jetzt“, so P. Neuhaus, „wächst die Angst vor Reaktionen. Wir leben in einem Kreislauf der Gewalt, der seit Jahrzehnten anhält, und wir befürchten, dass das palästinensische Volk nun möglicherweise den Preis zahlen muss. Wir hoffen und beten dafür, dass die israelischen Verantwortlichen weise und weitsichtig handeln und nicht nur in die Vergangenheit blicken.“

Nach Ansicht des Ordensmanns sind die Aufrufe von Papst Franziskus zu Frieden und Aussöhnung während seines Besuchs und in der Zeit danach angesichts der neuen Spirale der Gewalt besonders wichtig. „Der Papst“, so P. Neuhaus, „hat nie gesagt, dass es bereits Frieden gibt. Wir geben uns keiner Illusion hin und wir wissen, dass die Gewalt immer noch die Vorherrschaft hat und dass die Gesten des Papstes nur ein Versuch waren, Alternativen vorzuschlagen und aufzuzeigen. Wir, die wir in dieser Spirale der Gewalt leben, können oft nicht mehr glauben, dass dies alles ein Ende haben wird. Denn es geht darum, aus Feinden Freunde zu machen. Wir müssen dafür beten, dass diese Situation nicht für immer anhalten wird.“ (GV)

(Quelle: Fides 1/7/2014)