P. Federico Lombardi: Das Wunder des christlichen Märtyrers

Kommentar zur größten Seligsprechung aller Zeiten

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ROM, 6. November 2007 (ZENIT.org).- Das „echte Wunder des christlichen Märtyrers“ bestehe darin, dass er nicht zum Rachefeldzug aufruft, sondern zu „Vergebung, Erbarmen, Versöhnung, Friede und paradoxerweise sogar zur Freude“. Das bekräftigte Jesuitenpater Federico Lombardi, Leiter des Pressesaals des Heiligen Stuhls, mit Blick auf die größte Seligsprechung der Kirchengeschichte: Am 28. Oktober waren auf dem Petersplatz in Rom 498 Blutzeugen des Spanischen Bürgerkrieges zu Ehren der Altäre erhoben worden.



Pater Lombardi erklärte in der jüngsten Ausgabe der Sendung „Octava Dies“, die wöchentlich vom Vatikanischen Fernsehzentrum (CTV) ausgestrahlt wird, dass die historische Seligsprechungsfeier sehr beeindruckend gewesen sei. „Aber sie ist sogar noch beeindruckender, wenn man an die anderen tausenden Zeugen Christi denkt, die während dieser Jahre im gleichen Land denselben Weg gingen.“

Wenn sich „schreckliche und zügellose Gewalt“ breit macht, kann nach Worten des Geistlichen jeder Christ wegen seines Glaubens zum wehrlosen Opfern werden. „Aber dieses viele Blut ruft nicht Racheglüste und Feindschaft hervor“, bekräftigte Pater Lombardi, der neben dem Fernsehzentrum auch „Radio Vatikan“ leitet. Der „merkwürdige Sieg“ des Märtyrers, der wie Jesus den Hass durch die Liebe besiegt, bestehe gerade in seinem Tod.

„Manche haben gefürchtet, dass dieses Ereignis zu gegenseitigen Beschuldigungen und zu Spaltungen führen würde“, fuhr der Jesuitenpater fort. „Die Kirche in Spanien ist es gelungen, daraus eine Gelegenheit zu innerer Einheit zu machen, zur Verbundenheit mit der Gesellschaft, in der sie lebt.“

Die Stadt Rom sei als universale Heimat aller Gläubigen die richtige Stätte zur Durchführung der Seligsprechung gewesen, so P. Lombardi, der in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Stelle hervorhob, an der der heilige Petrus das Martyrium erlitten hatte.

Das 20. Jahrhundert, das mehr Märtyrer hervorgebracht hat als jemals zuvor, bringe auch weiterhin seine Fürchte hervor – Früchte, die „zur Erneuerung des christlichen Zeugnisses anregen“.